Do, 23. November 2017

Bei Sotheby‘s in NY

03.11.2011 08:11

Restituiertes Klimt-Bild um 30 Millionen Euro versteigert

Das erst kürzlich vom Salzburger Museum der Moderne an Georges Jorisch restituierte Gustav-Klimt-Gemälde "Litzlberg am Attersee" ist am Mittwochabend in New York für knapp 30 Millionen Euro versteigert worden, wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte. Ein Teil des Erlöses soll dem Salzburger Museum für Bauprojekte zugutekommen. Fünf Bieter lieferten sich ein Rennen um das Bild, vier am Telefon, einer im Raum. Schließlich kam der Bieter im Raum zum Zug.

Entstanden ist Klimts berühmtes Landschaftsbild "Litzlberg am Attersee" im Jahr 1914, als er mit Emilie Flöge den Sommer in Weissenbach am Attersee verbrachte. Es zeigt eine Landschaft am Seeufer und zählt durch seinen schimmernden mosaikartigen Farbauftrag zu den einflussreichsten Gemälden des Künstlers.

Das Werk gehörte zunächst zur Kunstsammlung des Ehepaares Zuckerkandl und hing in ihrem Heim, dem heutigen Sanatorium Purkersdorf. Später kam es in den Besitz der Schwester Amalie Redlich (geborene Zuckerkandl). Deren Enkelsohn Georges Jorisch konnte in seinen Erinnerungen genau rekonstruieren, wo das Gemälde in Purkersdorf gehangen hatte - und damit nachweisen, dass "Litzlberg am Attersee" unter jenen Gemälden war, die der Familie von den Nazis geraubt wurden.

"Ein Lebensereignis"'
Für Georges Jorisch war die Versteigerung "ein Lebensereignis": "Das bringt mich zurück in meine Kindheit. Es ist 73 Jahre her, seit ich das Bild zuletzt gesehen habe", sagte er am Donnerstagmorgen im ORF Radio. Jorisch, der Österreich als Kind verlassen musste, hätte das Bild nicht behalten können, wie er erklärte. "Ich habe weder den Platz noch die Versicherung für so etwas." Mit dem Geld werde er seine Enkelkinder auf gute Schulen schicken. Das Bild sei "Zeuge der Zeit", betonte er. Es sei zunächst nicht leicht gewesen, es zurückzubekommen. "Aber die neue Generation - das sind ganz andere Menschen geworden in Österreich."

Bis zu seiner Restitution im vergangenen Sommer war das Bild in Salzburg, zuletzt im Museum der Moderne, zu sehen. Ein Teil des nunmehrigen Erlöses - zuletzt war von 1,3 Millionen Euro die Rede - wollte Jorisch an das Museum spenden, für einen Erweiterungsbau, der nach der im KZ ermordeten Amalie Redlich benannt werden soll. Museumsdirektor Toni Stooss von einer "versöhnlichen Lösung".

Erwartungen übertroffen
Sotheby's hatte sich für den Klimt "nur" 25 Millionen Dollar erwartet. "Litzlberg am Attersee" ist das bisher zweitteuerste Landschaftsbild von Gustav Klimt. Nur seine "Kirche in Cassone" brachte im Februar vergangenen Jahres in London noch knapp drei Millionen mehr.

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