So, 27. Mai 2018

Zweite Röhre geplant

28.09.2011 13:19

Karawankentunnel-Ausbau: Slowenien und Kärnten einig

Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler bekommt beim Thema Ausbau des Karawankentunnels offenbar die von ihm gewünschte "grenzüberschreitende Tunnelkoalition" mit Slowenien zustande. Denn auch die slowenische Regierung setzt sich für den Bau einer zweiten Tunnelröhre ein. Das ergab ein Treffen zwischen Dörfler und dem slowenischen Verkehrsminister Patrick Vlacic am Dienstagabend in Kranjska Gora.

"Es freut mich, dass wir in dieser Frage abgestimmt sind", sagte Vlacic nach dem Treffen. Die slowenische Regierung hatte vor einem Monat auch offiziell festgelegt, dass für Slowenien die zweite Tunnelröhre "die optimale langfristige Lösung" zum Ausbau des Karawankentunnels sei.

Obwohl Slowenien bald eine neue Regierung bekommen wird, rechnet Vlacic damit, dass dieser Standpunkt auch weiter beibehalten wird. Nach dem Sturz der Minderheitsregierung des sozialdemokratischen Premiers Borut Pahor stehen Slowenien voraussichtlich Anfang Dezember Neuwahlen bevor.

Nur Rettungsstollen wäre "Fehlinvestition"
Man habe sich darauf verständigt, in der Frage des Karawankentunnels "eine gemeinsame Position gegenüber Wien" einzunehmen und zu vertreten, erklärte Dörfler am Mittwochvormittag in Klagenfurt. Der derzeit im Raum stehende Bau eines Rettungsstollens - und nicht einer vollwertigen zweiten Tunellröhre - wäre eine "Fehlinvestition".

Eine zweite Röhre würde zwar mit rund 126 Millionen Euro im ersten Moment deutlich mehr als der Rettungsstollen (rund 93 Millionen Euro) kosten. Das irgendwann in der Zukunft nötige Aufrüsten des Rettungsstollens zu einer vollwertigen Tunnelröhre würde allerdings insgesamt mit 413 Millionen Euro zu Buche schlagen, so Dörfler.

Entscheidung zum Ausbau bis Ende März 2012 erwartet
Vlacic erklärte, dass es wichtig gewesen sei, den Standpunkt des Landeshauptmanns zu erfahren, weil das Land Kärnten durch den Tunnel unmittelbar mit Slowenien verbunden sei. Der Minister hofft nun, dass die Position Kärntens dazu beitragen wird, dass Österreich und Slowenien am Ende gemeinsam die Entscheidung für die zweite Röhre fassen. Mit einer politischen Entscheidung für den Ausbau sei bis März 2012 zu rechnen, so Vlacic. Dazu wurde vergangene Woche im Rahmen der zwischenstaatlichen Kommission eine Fachgruppe gegründet, die bis Jahresende technische Grundlagen zur Entscheidungshilfe vorbereiten soll.

Einigkeit auch bei Schnellstraße und Radwegenetz
Bei dem Treffen kam auch die Planung der Trasse der sogenannten 3. Entwicklungsachse - einer Schnellstraßenverbindung vom Norden nach Süden Sloweniens, zur Sprache. Das Projekt würde die Verkehrsverbindung zwischen Südkärnten und den slowenischen Regionen Koroska und Savinjska verbessern. Einstimmigkeit zwischen den beiden Politiker herrschte auch beim grenzüberschreitenden Ausbau des Kärntner Radwegenetzes nach Slowenien. Vlacic setzte sich dafür ein, dass der fehlende Teil des Drauradweges zwischen Vuzenica und Maribor noch vor 2015 ausgebaut wird.

Der Karawankentunnel Nord wurde von April 1987 bis Oktober 1991 gebaut. Die Fahrzeit von Villach nach Ljubljana hat sich seit Eröffnung des 7.864 Meter langen Tunnels um über eine Stunde verkürzt. Nach wie vor ist der Tunnel einröhrig, sodass im Tunnel Gegenverkehr besteht und ein durchgehendes Tempolimit gilt. Häufige Staus sind die Folge. Bis zur Eröffnung des Tunnels war Slowenien von Nordwesten nur über Passstraßen oder durch den Eisenbahn-Karawankentunnel zu erreichen.

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