Mi, 23. Mai 2018

Ein Jahr in Betrieb

08.09.2011 16:39

Ministerin Karl: "Die Fußfesseln sind ein voller Erfolg"

Das eigene Heim als Justizanstalt - immer öfter müssen Kriminelle ihre Haftstrafe in den eigenen vier Wänden absitzen. Justizministerin Beatrix Karl inspizierte am Donnerstag die Hightech-Zentrale in der Wiener Josefstadt und schwärmte: "Die Fußfesseln sind ein voller Erfolg." Die "Krone" fragte nach: Wie wäre es mit Fesseln für korrupte Politiker?

"133 Personen sind derzeit unter elektronischem Hausarrest", erklärte Oberst Peter Prechtl von der Vollzugsdirektion, "der Älteste ist 78 Jahre alt." Die neueste Generation der Geräte hat dabei sogar einen Promille-Messer. Wenn die Verurteilten ins Rohr blasen, macht der Apparat dank eingebauter Kamera ein Foto von der Umgebung. Motto: Ist der Häftling auch Urheber des Atems?

Ministerin Beatrix Karl machte sich am Donnerstag selbst ein Bild und war erstaunt über den Stand der Technik: "Negative Aspekte sehe ich keine." Die Technik habe sich bewährt, es gebe keinerlei Anlass zur Klage oder Kritik. Manipulation? "Hat es noch nie gegeben", so Bezirksinspektor Karl Peinhart. Ein paar Mal seien er und seine Kollegen seit der Einführung vor einem Jahr aber alarmiert worden. "Bei einem hat sich die Fußfessel gelockert - im Zuge eines Zweikampfes beim Fußball." Einem anderen ist auf der Baustelle ein schwerer Gegenstand aufs Bein gefallen, da habe es dann in der Zentrale ebenfalls gepiept.

Jede falsche Bewegung löst Alarm aus
Nach großer Freiheit klingt ein Leben mit Fußfessel nicht, denn jede falsche Bewegung löst Alarm aus. Sogar dann, wenn jemand das Standgerät abstaubt und dabei ein bisschen verrückt. Peinhart und Kollegen telefonieren sehr viel mit ihren "Klienten"; ob alles okay ist, wenn jemand verschlafen hat oder einmal früher von der Arbeit nach Hause geht. Dass es dennoch schieflaufen kann, zeigt ein Fall aus England: Dort wurde einem Häftling die Fessel irrtümlich auf seine Prothese montiert. Die ließ er einfach zu Hause und humpelte einbeinig auf kriminelle Touren.

Eine Frage konnte sich die "Krone" nicht verkneifen: "Frau Minister, wie wäre es mit Fußfesseln für korrupte Politiker?" Karl: "Die gibt's nur nach Verurteilungen."

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