Di, 21. November 2017

38 Jahre bei Polizei

13.07.2011 19:32

Chefinspektor kurz vor Pensionierung suspendiert

Große Aufregung unter Österreichs Kriminalbeamten: Einer der erfolgreichsten "Kieberer" wurde wegen angeblich zu viel verrechneter Stunden nach 38 Jahren im Polizeidienst suspendiert. "Damit ruiniert man unsere Moral", so ein anonym bleiben wollender Beamter.

Hunderte geklärte Raubüberfälle und unzählige Belobigungen hat der Chefinspektor vom Landeskriminalamt Niederösterreich in all den Jahren angesammelt. Bei den Verbrechern war der Vorzeige-Kriminalist mit dem ungewöhnlichen Interesse für Kamele berüchtigt, unter Kollegen beliebt - offenbar aber nicht bei allen. Letztlich ermittelte die Korruptionsstaatsanwaltschaft nach einem anonymen Hinweis – wohl aus den eigenen Reihen – gegen ihn wie bei einem Mafioso, es wurden Handys abgehört und der Dienstwagen mit einem Peilsender verfolgt. Die Gewerkschaft schäumt.

Suspendierung knapp vor der Pension
"Seit gestern Mittag bin ich nur mehr Ziegenbauer", so der Mann am Mittwoch. Ein anonymer Briefschreiber beendete die Karriere des hochrangigen Beamten kurz vor der Pensionierung. Er musste Dienstwaffe und -marke abgeben. Ihm werde unter anderem vorgeworfen, drei, vier Mal "bei seinen Tieren" gewesen zu sein statt im Dienst. Am meisten tue weh, dass er eigentlich zu wenige Stunden verrechnet habe, sagte der Ex-Beamte und verwies auf die ständige Vermischung von Dienst und Freizeit etwa durch unzählige Telefonate.

"Es war mein Jugendtraum, bei der Polizei zu sein. Und so habe ich auch gearbeitet", sagte der ehemalige Polizist und verwies darauf, dass "ein guter Kieberer nicht auf die Uhr schauen darf" und mit dem Job – mitunter auch um den Preis einer gescheiterten Ehe – eins werden müsse. Dafür brauche es aber auch gewisse Freiheiten – so habe er selbst auch seine "Leute" behandelt, was aber wohl von Büromitarbeitern etwas anders gesehen werde. In Erinnerung an ein ebenfalls anonymes Schreiben vor knapp zwei Jahrzehnten bzw. die Verknüpfung von Informationen vermutet er den Briefschreiber in der unmittelbaren Kollegenschaft.

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