Mo, 19. Februar 2018

Bunte 'Mogelpackung'

14.04.2011 15:41

Ostereier stammen oft von gequälten Käfighühnern

Rund ein Drittel der in Österreich produzierten 600 Millionen Eier kommen aus der Steiermark. Doch auch das bevorstehende Osterfest vermag die tiefen Sorgenfalten der heimischen Produzenten nicht zu glätten: Der Import ausländischer Billig-Käfigeier setzt sie unter Druck. Diese würden vor allem in Industrie und Gastronomie verarbeitet. Aber auch bei bunt gefärbten Ostereiern liege die Kennzeichnung oft im Dunklen, klagen die Eierbauern. Am Donnerstag wurde eine Ausweitung der gesetzlichen Kennzeichnungspflicht gefordert.

Die Vertreter der 700 steirischen Legehennen-Halter verweisen auf ihre Vorreiterrolle in punkto tierfreundlicher Haltung und gentechnikfreier Fütterung, auf die komplett 2009 bzw. 2010 umgestellt wurde. Doch der Import von ausländischen Billig-Käfigeiern drücke die Preise inländischer Qualitätsware in den Keller. "Bei sinkenden Preisen und steigenden Futterkosten ist eine wirtschaftliche Eierproduktion nicht mehr möglich", so Anton Uitz, Obmann der Steirischen Geflügelhalter.

Auf Gütesiegel achten!
In Bezug auf Ostereier - jede Österreicherin und jeder Österreicher isst zu den Feiertagen durchschnittlich sechs bis sieben - bekritteln die Produzenten, dass bei gefärbten Eiern die Kennzeichnung oft unleserlich und die Herkunft deshalb nicht mehr nachvollziehbar sei. Die Konsumenten seien gut beraten, bei Farbeiern auf Gütesiegel und Biozeichen der AMA oder auf die Marke "Gutes vom Bauernhof" zu achten.

Der steirische Kammer-Vize Johann Resch unterstrich die Forderung nach einer gesetzlichen Kennzeichnungspflicht sowohl für die Gastronomie und Hotellerie als auch für Lebensmittel mit Ei-Anteil wie Back- oder Teigwaren. 24 Prozent der in Österreich verbrauchten Eier im Wert von 41 Millionen Euro würden importiert, überwiegend Käfigeier.

Eine Verbesserung der Situation ist für 2012 in Sicht, wenn die Umstellung auf tierfreundliche Haltungsformen EU-weit verpflichtend wird. Jedoch würden mehrere Länder auf eine Verschiebung drängen, warnte Resch.

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