Sa, 25. November 2017

300.000 € Schaden

13.11.2010 01:38

Trotz Pollersperre: 5.000 Fahrten am Tag in Salzburg!

Salzburgs Poller entpuppen sich als Fass ohne Boden: 101 Mal wurden sie gerammt, davon am Mozartplatz gleich 61 Mal geknickt! Von den 287.000 Euro an Reparaturkosten wird die Stadt wegen Fahrerflucht auf 150.000 Euro sitzen bleiben! Trotzdem gab es bisher 5.000 Einfahrten am Tag. 2011 braucht Stadtrat Padutsch noch einmal 290.000 Euro.

"Das System", so ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs, "ist völlig vermurkst. Und es wäre einfach billig, sich auf die Dummheit und Unaufmerksamkeit der Autofahrer auszureden."

Mehr als 100 Pollerunfälle
Der Amtsbericht (05/04/37033/2006/135) von Poller-Chefbetreuer Christian Morgner, der am Montag im Budgetsenat vorgelegt wird, spricht eine deutliche Sprache: Vom 21. Juni bis Mitte Oktober wurden 101 Poller gerammt, am häufigsten (61 Mal) am Mozartplatz und in der Kaigasse (19 Mal).

Mit ein Grund dafür: Die anfangs katastrophale Absicherung, die nun auch mit dem 60.000-Euro-Posten "Nachbesserung" zu Buche schlägt. Dass die Poller–Regelung dennoch ein voller Erfolg sei, wie Stadtrat Johann Padutsch meint, lässt ÖVP-Mandatar Christoph Fuchs nicht gelten: "Von Beginn bis Mitte Oktober wurden nachweislich 750.000 Einfahrten registriert – und das, bitte schön, soll eine Verbesserung für die Fußgängerzone sein?"

17 Lenker haben das Weite gesucht
287.000 Euro beträgt der Schaden an den Pollern, 150.000 davon wird wohl der Steuerzahler berappen müssen – denn 17 Lenker haben das Weite gesucht. Daher will Padutsch jetzt noch mehr Geld für die Poller: Für die Nachbesserung (60.000), die uneinbringlichen Reparaturen für 2010 (150.000), ebenso für 2011 (40.000) sowie weitere 40.000 Euro für zwei Überwachungskameras, die in der Kaigasse und am Mozartplatz kommen sollen. Macht satte 290.000 Euro!

Rechnet man jetzt noch die Errichtungskosten der Poller (626.000 Euro) sowie die Autoschäden (weitere 300.000 Euro) dazu, sind die Poller tatsächlich ein Millionengrab: 1,21 Millionen Euro!

von Wolfgang Weber, "Salzburger Krone"

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