Fr, 15. Dezember 2017

Verbesserte Medizin

23.08.2010 14:27

Wissenschaftler optimieren die Chemotherapie

Ein Entzündungsparameter der Krebszellen bei Lungenkrebs schützte diese bislang vor einer effektiven Chemotherapie. Ein internationales Forscher-Team hat unter Mitarbeit der Medizinischen Universität Wien jetzt eine Lösung für dieses Problem gefunden und so eine weitere Verbesserung der Krebs-Therapien geschafft.

Die Ursache des häufigen Versagens von innovativen Chemotherapien gegen Lungenkrebs hat ein internationales Team von Wissenschaftlern jetzt geklärt. Es ist ein bekannter Entzündungsfaktor, der die Krebszellen vor einem langfristigen Angriff der Therapie schützt.

Bisherige Therapie verliert oft Wirkung
Um Lungenkrebs medikamentös und zielgerichtet bekämpfen zu können, nutzen die Ärzte bislang die Tatsache, dass in den Krebszellen ein Rezeptor namens "Epidermal Growth-Factor Receptor" hoch aktiv ist und sehr oft mutiert. Eine Blockade dieses Rezeptors, der das Zellwachstum reguliert, sollte die Zellen zum Absterben bringen. Doch diese Chemotherapie verliert nach anfänglich guter Wirkung oft rasch an Kraft.

Das Problem liegt in der Tiefe der Zellen. Sie produzieren ein Hormon namens Interleukin-6 (IL-6), welches sie vor den Angriffen der Chemotherapie schützt. Somit kann der Krebs wieder weiter wachsen. Dadurch baut sich ein Teufelskreis auf: Je mehr Krebszellen überleben, umso mehr IL-6 wird produziert.

Verbesserung durch Kombinationstherapie
"Unterdrückt man nun IL-6 oder dessen Rezeptor, könnte man die Wirksamkeit der Therapien wieder herstellen", so Lukas Kenner, Professor der Medizinischen Uni Wien. Gegen IL-6 gibt es bereits zugelassene Medikamente. Für eine Kombinationstherapie mit gängigen Substanzen der Krebsbehandlung müssten daher auch keine jahrelangen Zulassungsverfahren durchlaufen werden. Die Ergebnisse wurden bereits an Tieren, Tumorproben von betroffenen Patienten und auch an Zellkulturen getestet.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden