Sa, 16. Dezember 2017

"Krone"-Serie

21.08.2010 11:45

Warum man süße Welpen nicht im Vorbeigehen kauft

Das Thema Tierschutz beleuchtet die "Steirerkrone" in einer Serie aus allen Blickwinkeln. Im fünften Teil widmen sich Christa und Eva Blümel dem Welpenkauf.

Sich einen Hund zuzulegen, wird einem immer einfacher gemacht. Da bieten irgendwelche Verkäufer ihre Tiere via Internet an, da kann man quasi im Vorbeigehen im Einkaufscenter ein Hunderl mitnehmen usw. Und genauso schnell landet ein unüberlegt genommenes Tier im Heim. Da gehört Umdenken her!

Käufer sollten nach der Herkunft fragen
"Ein Tier kauft man nicht im Ausland, nicht illegal, nicht übers Internet und nicht im Zoofachhandel" - ganz klare Worte findet unsere steirische Tierschutzombudsfrau Dr. Barbara Fiala-Köck zur Causa. Besonders, dass es wieder erlaubt ist, Hunde im Geschäft zu kaufen, quasi im Vorbeigehen, macht "mich nicht glücklich". Warum? "Weil man da die Elterntiere des Welpen nicht kennt, vielfach nichts über seine Herkunft weiß - und diese Tiere oft genug in ihrer wichtigsten Zeit, der Sozialisierungsphase, die entscheidend ist für die spätere Entwicklung, hinter Glas eingesperrt sind."

Die Tierkäufer nimmt sie nicht aus der Verantwortung. "Weil sie sich zu wenig Gedanken machen und das unterstützen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot - die Tiere gehen weg wie warme Semmeln." Auch Züchter ist nicht gleich Züchter - von solchen im Ausland, die mit Niedrigpreisen locken, raten Experten kategorisch ab; die Kosten für den Tierarzt liegen oft viel höher als der Betrag, den man sich beim Kauf erspart. Der Verkauf aus dem Kofferraum ist ohnehin verboten!

Selbst Rassehunde landen im Tierheim
"Am besten kommen Interessierte zu uns", sagt Stefan Moser, Sprecher der steirischen Tierheimplattform. "Da kann man sich vorab mit dem Tier anfreunden, sieht, was man bekommt. Wir haben mittlerweile auch schon Rassehunde - abgegeben wird heutzutage erschreckend leichtfertig und schnell."

Das ist die Brutalität unserer Wegwerfgesellschaft: Wenn die erste Tierarztrechnung kommt oder der nächste Urlaub oder irgendwas nicht so "funktioniert", wie man sich das vorstellt, wird das Tier "entsorgt". Dabei unterzieht man sich bei dessen Erwerb einer lebenslangen Verantwortung! Ein Tier ist ein Lebewesen - und als solches von Umtausch ausgeschlossen...

Woran man einen guten Züchter erkennen kann

  • Der Züchter hält seine Tiere als vollwertige Familienmitglieder im gemeinsamen Haushalt und lehnt Zwingerhaltung strengstens ab.
  • Seriöse Hundezüchter besitzen oftmals auch ältere Tiere und trennen sich nicht von ehemaligen Zuchttieren, sobald sie für die Zucht wertlos sind.
  • Der Züchter ist einem Verein angeschlossen, der mit jedem einzelnen Tier einer strengen Zuchtordnung unterliegt (Zuchtordnung zeigen lassen), auch legt ein verantwortungsvoller Züchter sämtliche Gesundheitsergebnisse (zumindest!) der Eltern vor, idealerweise auch von weiteren Ahnen des Welpen!
  • Seriöse Hundezüchter züchten nicht mehr als zwei bis drei Rassen. Auch sollten nicht mehr als zwei bis drei Würfe im Jahr gezeugt werden.
  • Der Züchter ist sehr an der Lebensweise der zukünftigen Besitzer interessiert und erkundigt sich genau über das neue Zuhause, das seinen Welpen geboten wird.
  • Ein seriöser Züchter hat nichts gegen einen Spontanbesuch einzuwenden.
  • Käufer erhalten einen geimpften, entwurmten und gechippten Hund, oftmals auch Zubehör sowie einen Abstammungsnachweis mit.
  • Welpen eines seriösen Züchter wirken munter, verspielt und keineswegs matt und apathisch. Das Zimmer, in dem die Welpen geboren werden und aufwachsen, muss geruchsneutral und in bestmöglichem hygienischen Zustand sein.
  • Mehrmalige Besuche der Welpen werden vom Züchter begrüßt.
  • Welpen werden erst ab der vollendeten 8. Lebenswoche vergeben!
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