Mo, 11. Dezember 2017

Neuer Rekord

12.08.2010 17:14

Frühpensionisten der Stadt kosten 200 Millionen Euro

Die Diskussionen um die Anhebung des Pensionsalters reißen nicht ab – nur bei der Stadt Wien scheinen die Uhren anders zu gehen: Für heuer wird hier nämlich ein neuer Rekord an Frühpensionierungen erwartet. Eine teure Sache, denn der Steuerzahler muss dafür jährlich mehr als 200 Millionen Euro aufbringen.

Rund 900 Personen gehen Jahr für Jahr bei der Stadt Wien in den Ruhestand – nicht weniger als 600 von ihnen in Frühpension. Durchschnittsalter: 53 Jahre! Bis August gab es heuer bereits 414 vorzeitige Pensionsantritte. Nach mathematischer Hochrechnung würde man für 2010 auf insgesamt 621 Frühpensionierungen kommen. Und das wäre ein neuer Rekord. Ein Rekord, der uns sehr teuer kommt.

ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Ulm rechnet vor: „Ein Beamter kostet im Schnitt 50.000 Euro im Jahr, das macht bei den rund 600 Frühpensionen 30 Millionen Euro aus. Da das Durchschnittsalter für den Antritt des vorzeitigen Ruhestandes 53 Jahre ist, müssen für das große Heer der städtischen Frühpensionisten insgesamt mehr als 200 Millionen Euro aufgewendet werden.“

Für Wolfgang Ulm stellt sich die Frage, warum im Rathaus die „Frühpensionitis“ umgeht: „Sicher haben wir Mobbing und Rückenprobleme durch das viele Sitzen, aber nur ein Drittel der Leute, die um vorzeitigen Ruhestand ansuchen, ist wirklich krank beziehungsweise berufsunfähig.“

Ulm fordert, um diese Entwicklung in den Griff zu bekommen, dass die Stadt Wien gesundheitserhaltende Maßnahmen für ihre Mitarbeiter setzt: „Wir müssen das Frühpensionsalter zumindest auf 56 oder 57 Jahre hinaufschrauben.“

von Erich Vorrath, Kronen Zeitung

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