Fr, 15. Dezember 2017

Bus mit Durchfahrt

05.08.2010 11:27

"3D-Bus" soll Stauproblem Pekings lösen

China denkt in anderen Dimensionen - auch bei der Verkehrsplanung: In Peking wird demnächst ein neues öffentliches Verkehrsmittel den Testbetrieb beginnen, das man bisher nur im Science-Fiction-Kino erwartet hätte. Der "3D-Bus", ein viereinhalb Meter hohes Elektro-Ungetüm, das 1.400 Passagiere befördern kann, soll das Stauproblem, das die langsamen Öffis im Straßenverkehr mit sich bringen, ein für alle Mal lösen. Statt den Bus überholen zu müssen, fährt man einfach drunter durch.

Ein Modell des Busses wurde im Mai dieses Jahres vom Unternehmen Shenzen Hashi Future Parking Equipment auf der High-Tech Expo in Peking vorgestellt. Jetzt verkündete die Stadt, im Bezirk Mentougou einen Testbetrieb starten zu wollen.

Die Stadtplaner der Millionen-Metropole ließen sich vor allem vom Kostenargument überzeugen: Der Prototyp sowie die Adaptierung einer 40 Kilometer langen Teststrecke samt Haltestellen kostet gerade einmal 10 Prozent einer U-Bahn-Linie, die dem Bezirk die gewünschte Stau-Reduzierung von 20 bis 40 Prozent bringen könnte. Mit dem 3D-Bus verspricht man sich ein Drittel weniger Stau.

Sechs Meter breites Elektrovehikel
Der 3D-Bus ist viereinhalb Meter hoch, sechs Meter breit und verfügt über eine Etage in zwei Metern Höhe. Auf dem Stock finden 1.200 bis 1.400 Passagiere Platz, darunter können bis zu zwei Meter hohe Autos auf zwei Spuren durchfahren. Der mit Elektromotoren und Solar-Panelen ausgerüstete Bus fährt bis zu 60 km/h schnell.

Das Akku- bzw. Oberleitungsproblem umgeht man mit einem Schnelladesystem. Bei den Stopps holt sich der 3D-Bus quasi einen "Stromstoß", mit dem er bis zur nächsten weiterfahren kann. Die Solar-Panele liefern den Strom für die Innenelektronik.

Obwohl es in den Computersimulationen (siehe Video oben) so aussieht, als würde der Bus Schienen benötigen, fährt er tatsächlich auf mehr als einem Dutzend Rädern pro Seite. Eine spezielle Straßenmarkierung weist dabei auf die Busspur hin und ist gleichzeitig Basis eines elektronischen Spurhalte-Systems. Der Fahrer des 3D-Busses muss deshalb auch nicht lenken, sondern steuert das Vehikel wie eine Straßenbahn.

Sensoren warnen drängelnde Autofahrer
Neben den Haltestellen, die die Passagiere auf zwei Meter Höhe bringen müssen, sind als weitere Straßenbauten nur Höhen- und Seitenbeschränkungen in Form von Toren nötig, die man für einen reibungslos ablaufenden Verkehr an Kreuzungen aufstellt. Die Seitenwände des Busses verfügen über Sensoren, die darunter fahrende Autos warnen, wenn sie dem Vehikel zu nahe kommen. Auch wird angezeigt, ob der Bus an einer Kreuzung abbiegt. An den Einfahrten gibt es entsprechende Sensoren für die Höhe.

Mit den Straßenbauten will man im Pekinger Testbezirk noch vor Jahresende beginnen. Die Teststrecke soll 186 Kilometer lang sein.

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