So, 17. Dezember 2017

Leichtathletik-EM

01.08.2010 13:34

Schweizer Röthlin gewinnt Marathon, Weidlinger nur 18.

Mit dem als Überraschungssieg zu wertenden Triumph des Schweizers Viktor Röthlin hat am Sonntag der Marathon der Männer bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona geendet. Der zum Kreis der Medaillenanwärter zählende Oberösterreicher Günther Weidlinger kämpfte mit der enormen Hitze und quälte sich unter massiven Kopfschmerzen in 2:23:37 Stunden als 18. ins Ziel. Christian Pflügl landete auf Platz 44 unter 64 Teilnehmern, von denen 19 das Ziel nicht sahen, darunter Florian Prüller.

Der 35-jährige Röthlin (Bild), der sich vor vier Jahren in Göteborg EM-Silber geholt hatte, setzte sich in seinem ersten Marathon seit zwei Jahren in 2:15:31 Stunden vor dem Spanier Jose Manuel Martinez (2:17:50) und dem Russen Dmitrij Safronow (2:18:16) durch.

"Unglaublich heiß", brach es aus Weidlinger, in der Mixed-Zone mit kühlendem Eispackerl auf dem Kopf, heraus. Ähnliches habe er noch nicht erlebt, meinte er auf dem Boden sitzend. "Mein Schädel brummt unglaublich. Ich bin dann zwischenzeitlich immer wieder auch ein Stück gegangen, ohne Pause hätte es mich umgehauen. Aber Aufgeben war kein Thema."

Lauf bei 26 Grad gestartet
Der Lauf durch die City über die 42,195 Kilometer wurde um 10.05 Uhr bei bereits 26 Grad Celsius gestartet. Weidlinger zeigte sich von Beginn an in der Spitze ("Meine Taktik ging auf"), nach fünf Kilometern ging er als Zweiter hinter dem Italiener Ruggero Pertile durch. Ein früher Ausreißversuch von Jurij Abramow bei Kilometer acht ließ die Topläufer unbeeindruckt, der Russe mit dem eigentümlichen Laufstil wurde bei der 15-km-Marke locker wieder gestellt.

Für kurze Zeit setzten sich Röthlin und Safronow ein paar Meter ab, die Spitze war aber bald wieder vereint. Auch einem erneuten Split in eine Sechser- und eine Fünfergruppe (Weidlinger) folgte rasch bei Kilometer 18 wieder der Zusammenschluss, ehe sich das Feld dann doch langsam auseinanderzuziehen begann. Doch die erste Tempoverschärfung hatte ÖLV-Rekordler Weidlinger bereits geprüft: "Diese Tempospritze hat schon weh in den Beinen getan, es war überhaupt nicht mein Tag."

Weidlinger mit Magenproblemen
Auf dem 20. Kilometer fiel Weidlinger zurück und ging beim Halbmarathon nur noch als Elfter durch. Ab da begann der Leidensweg für ihn aber so richtig. Er sei kontinuierlich langsamer geworden und sich am Ende wie ein Hobbyläufer vorgekommen. Auch die Nahrungsaufnahme sei ihm wegen Magenproblemen schwergefallen, jede Verpflegungsstelle habe er genutzt, um sich Wasser überzugießen.

Von den weiteren Österreichern stieg Florian Prüller bei Kilometer 23 aus. "Es hat schon beim Start im Bauch gezwickt, am Beginn des Rennens habe ich mich gut gefühlt, doch dann musste ich zweimal auf die Toilette", sagte Prüller, der in der Nacht Durchfall bekommen hatte. Christian Pflügl wurde in 2:53:15 Minuten 44. und gestand: "Dass ein Marathon so hart sein kann, hätte ich nicht gedacht. Es ist schon nach zwei Kilometern nicht rundgelaufen. Ich wollte unbedingt aber ins Ziel."

Damit kam das ÖLV-Team auch nicht in die Europacup-Nationenwertung, die im Rahmen des Marathons gewertet wurde und für die ein Land ein Trio ins Ziel bringen musste. Es siegte Spanien vor Russland und Italien.

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