Mo, 11. Dezember 2017

"Ich verblute"

22.06.2010 13:35

Filmreife Szenen bei Truppenübung in Allentsteig

Fast filmreif hat sich das Bundesheer am Dienstag bei einer großen Übung in Allentsteig (Bezirk Zwettl) gezeigt. Mit lautem Geknalle, viel Rauch, zahlreichen "Verletzten" und "Toten" führten das Jägerbataillon I und das Mistelbacher Aufklärungs- und Artilleriebataillon diverse Kampfstellungen vor. Mit den Worten "Hollywood in Allentsteig" kündigte ein Kommandant vor Ort aufwendig inszenierte Fahrzeugkontrollen und eine Kampfszene mit einem Hinterhalt an.

In Allentsteig, mit einer Fläche von 157 Quadratkilometern das größte Bundesheerübungsgelände, üben zwei Wochen lang rund 1.000 Soldaten. Die Übung hat den Namen "Kombatt (Kompanie und Batterien)" und ist an einen Einsatz, wie ihn das Bundesheer im Kosovo ausübt, angelehnt. Es werden also Check-Points und diverse Konfliktsituationen simuliert. Für die Übung stehen den Soldaten 35 Panzer, 166 Räderfahrzeuge, sieben Hubschrauber und zwei Flächenflugzeuge zur Verfügung. Für die Verpflegung stehen 20.000 Semmeln, 15.000 Liter Mineralwasser und 5.000 Kilogramm Fleisch und Wurst bereit. Die Bataillone setzen sich zusammen aus Milizsoldaten und Rekruten.

Heftige Schießerei - mit Knallpatronen
Für den Medientag wurde zunächst ein Angriff an einem Check-Point inszeniert, bei dem mehrere Panzerfahrzeuge, Hubschrauber und Flugzeuge zum Einsatz kamen. Die Soldaten der internationalen Truppe, die gemäß des Szenarios zum Schutz einer Ortschaft, in der eine Minderheit lebt, abgestellt sind, konnten nach einem kurzen Gefecht die Oberhand gewinnen. Es gab einen "Verletzten". Das Wiener Bataillon führte im Anschluss sehr detailliert einen Hinterhalt vor, bei dem es zu einer heftigen Schießerei mit Knallpatronen kam. Die "Showtruppe" musste aufgrund einer Sprengfalle erhebliche "Verluste" hinnehmen.

Filmreifer Einsatz der "verletzten" Soldaten
Zum Einsatz kamen dabei die sogenannten Duellsimulatoren, mit denen unterschiedliche Verletzungsgrade nachempfunden werden. Die schauspielenden Soldaten unterstützten dies mit lauten Rufen wie: "Ich verblute." Trotz genauen Drehbuchs kam es immer wieder zu Störungen der Szenen durch neugierige Beobachter, die lautstark - "verschwindet's da" - aus dem Kamera-Bild gebeten werden mussten. Die Angreifer konnten am Schluss in die Flucht geschlagen werden.

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