So, 22. Oktober 2017

Blau-Weißer Erfolg

20.02.2010 00:49

Wr. Neustadt trotzt Rapid in hitzigem Spiel 2:2-Remis ab

Wr. Neustadt kann gegen Rapid ja doch auch punkten – nach einem 1:3 in Wien und einem bitteren 0:4 im ersten Heimspiel gegen die Grün-Weißen schafften es die "Allzeit Getreuen" mit einem 2:2 gerade unter Neo-Coach Peter Schöttel erstmals, gegen Rapid einen Zähler mitzunehmen. In einem packenden Spiel mussten die Wr. Neustädter zwar zweimal einem Rückstand nachlaufen, doch Mario Reiter sowie Hannes Aigner sicherten ihrem Team mit ihren Treffern am Ende ein verdientes Remis.

Trotz der schwierigen Platzverhältnisse entwickelte sich vor 6.400 Zuschauern, darunter auch ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini, eine spannende und schnelle Partie mit Topchancen auf beiden Seiten. Helge Payer, der diesmal wieder den Vorzug gegenüber Ersatzgoalie Raimund Hedl erhalten hatte, musste sich schon nach sechs Minuten bei einem gefinkelten Freistoß von Alexander Grünwald auszeichnen. Mit der ersten guten Aktion gingen allerdings die Gäste in Führung: Nach Katzer-Querpass und Johana-Stellungsfehler schoss Gartler alleinstehend mit links zum 1:0 ein, es war der dritte Saisontreffer für den überragenden Spieler der ersten Hälfte.

Reiter gleicht rasche Rapid-Führung aus
Die Hütteldorfer durften sich aber nur drei Minuten über den Vorsprung freuen, plötzlich fiel die gesamte Abwehr der Wiener in einen kollektiven Winterschlaf und der nach einem Wolf-Freistoß am langen Eck völlig alleine gelassene Reiter traf im Fallen per Volley zum Ausgleich (18.). Danach ging es hin und her, standen die beiden Torleute im Mittelpunkt: Fornezzi behielt gleich dreimal im Duell mit Gartler die Oberhand, der Slowene fischte einen Kopfball aus dem Kreuzeck (21.), parierte einen Schuss aus spitzem Winkel in extremis (28.) und entschärfte auch einen gut aufs lange Eck angetragenen Schuss (38.).

Auf der anderen Seite hielt Payer einen Grünwald- (33.), sowie einen aufsitzenden Kayhan-Schuss (38.). Beiden Teams stand aber auch das nötige Glück zur Seite, die Rapidler reklamierten nach einem Foulspiel von Johana am durchbrechenden Hofmann - wohl zu Unrecht - Elfmeter (38.), während die Niederösterreicher bei einem Lattenpendler von Grünwald (43.) Pech hatten.

Blitzstart in Hälfte zwei lässt Rapid träumen
Im zweiten Abschnitt verzeichneten Hofmann und Co. einen Blitzstart, schon nach 40 Sekunden kam der Ball nach einer schönen Kombination über Heikkinen, Pehlivan und Gartler zu Trimmel, der nur mehr vollenden musste (46.). Der 22-Jährige krönte damit seine starke Leistung in Halbzeit zwei, nachdem er vor der Pause noch unter den Erwartungen zurückgeblieben war.

Dass die Wiener in Folge durch Hofmann (65.) nach einer tollen Aktion die Chance auf das 3:1 ausließen, rächte sich prompt: Nach einem Reiter-Idealzuspiel schoss Aigner unhaltbar für Payer zum 2:2-Endstand (73.) ein. Es war der erste Punktgewinn für Wiener Neustadt im dritten direkten Saisonduell mit den Wienern, bei denen Nikica Jelavic ab der 70. Minute sein Comeback gab, nach davor zwei klaren Niederlagen (1:3 und 0:4).

Rapid übernimmt bis Sonntag die Tabellenführung
Die Wiener übernahmen aber mit dem Punktgewinn aufgrund des besseren Torverhältnisses die Tabellenführung vor Meister Salzburg, der erst am Sonntag zum Abschluss der 21. Runde den LASK empfängt. Für die Magna-Truppe war es dagegen der erste Punktgewinn unter Coach Peter Schöttel - und das ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Rapid.

SC Magna Wiener Neustadt - SK Rapid Wien 2:2 (1:1)
Stadion Wiener Neustadt, 6.400, SR Prammer
Tore: Reiter (18.), Aigner, 73.); Gartler (15.), Trimmel (46.)
Gelbe Karten: Johana, Stanislaw, Aigner, Simkovic bzw. Katzer, Drazan
Wiener Neustadt: Fornezzi - Kayhan, Kostal, Johana, Klapf - Wolf, Reiter, Stanislaw (55. Kurtisi), Burgstaller (74. Simkovic) - Grünwald - Aigner (85. Besenlehner)
Rapid: Payer - Dober, Soma, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikkinen, Pehlivan (78. Boskovic), Kavlak (61. Drazan) - Trimmel (70. Jelavic), Gartler

Stimmen zum Spiel
Peter Pacult
(Rapid-Trainer): "Es war nicht einfach zu spielen, der Gegner hat die Räume sehr eng gemacht, gut im Mittelfeld gearbeitet, wir haben es nach dem 1:0 verabsäumt das 2:0 zu machen. Nach dem 2:1 haben wir wieder Chancen gehabt, einen Zweitore-Vorsprung herzustellen. Im Moment werden wir hinten aber für kleine Fehler bestraft, das war beim ersten und auch beim zweiten Tor so.

Da hadert man schon ein bisschen. Aber da muss man durch, da muss man daran arbeiten. Der Mannschaft kann ich aber nichts vorwerfen, sie hat von der ersten Minute an gearbeitet und versucht, Fußball zu spielen. In der zweiten Hälfte haben wir Druck gemacht, aber nicht mit den großen Möglichkeiten. Dass Helge zurück ins Tor kehrt war klar, wenn die Leistung stimmt."

Peter Schöttel (Wiener-Neustadt-Trainer): "Wir haben zweimal einen Rückstand aufgeholt und Rapid voll gefordert. Wir haben eine tadellose Partie gespielt und uns den Punkt redlich verdient. In den letzten zehn Minuten haben wir keinen Ball mehr halten können, da war Rapid sehr druckvoll, da war ich sehr froh, dass wir es drübergebracht haben. Der Punkt tut uns sehr gut, wir wurden auch in Mattersburg unter unserem Wert geschlagen."

Rene Gartler (Rapid-Torschütze): "Wir wollten gewinnen, haben aber zweimal die Führung nicht über die Bühne gebracht. Es war eine ansprechende Leistung, aber es hat nicht gereicht. Nach dem 2:1 haben wir den Sack nicht zugemacht."

Johannes Aigner (Wiener-Neustadt-Torschütze): "Ich denke, wenn man gegen Rapid zweimal einen Rückstand wettmacht, kann man zufrieden sein. Von den Chancen her wäre aber vielleicht auch ein Sieg drin gewesen. Das Unentschieden geht in Ordnung."

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