Di, 24. April 2018

Prozess in Innsbruck

28.03.2018 06:25

Bub in Heim vergewaltigt: 4 Jahre Haft für Iraner

Der Angeklagte (27) wollte alles verharmlosen – doch für die abscheuliche Vergewaltigung eines erst 13-Jährigen in einem Tiroler Flüchtlingsheim setzte es am Dienstag vier Jahre Haft (nicht rechtskräftig). Entscheidend: glaubwürdige Schilderungen des Opfers und medizinische Befunde.

„Er hat meine Militäruhr gesehen und wollte sie haben“, erzählte der angeklagte Iraner. Als Gegenleistung habe er Analsex verlangt und der Bub habe eingewilligt. Letztlich sei es beim gescheiterten Versuch geblieben.

Mit Messer erzwungen
Soweit die Version des 27-Jährigen, die allein schon strafrechtlich von Belang wäre. Doch laut Anklage war der Vorfall am 27. November des Vorjahres noch viel dramatischer: Der minderjährige Afghane kannte den Angeklagten vom Fußball- und Computerspielen im Flüchtlingsheim St. Gertraudi (Reith im Alpbachtal). Als sich das Kind im Zimmer des Iraners ein verliehenes Kabel holen wollte, sperrte dieser die Zimmertür zu, hielt ihm ein Messer an den Hals und drückte ihn bäuchlings zwischen die beiden Betten. Dann kam es zur Vergewaltigung. Als der Bub aufschrie, versetzte ihm der 27-Jährige einen heftigen Schlag gegen die Schulter. Weinend ließ der 13-Jährige die Pein über sich ergehen. Als später die Mutter des Opfers an die Tür klopfte, war schon alles vorbei.

Der Mutter des Opfers fielen Rötungen auf
Zuvor hatte der Angeklagte dem Buben noch gedroht, er werde ihn umbringen, wenn er den Vorfall nicht für sich behalte. Der Mutter fielen aber Rötungen am Hals und am Mund ihres Kindes auf, schließlich erzählte es von dem brutalen Übergriff. Am Gericht wurde gestern ein eineinhalbstündiges Video der Opfer-Einvernahme abgespielt. Schon bei der Polizei hatte der 13-Jährige die Tortur identisch erzählt. Der Richter betonte: „Diese Schilderungen stimmen mit der Art und Weise des Festhaltens und den erlittenen Verletzungen überein, diese wurden an der Klinik genau dokumentiert.“

Angeklagter wusste Alter des Opfers
Der bisher unbescholtene Angeklagte entschuldigte sich mit leiser Stimme und gab nun auch zu, dass er das wahre Alter des Opfers immer gewusst hatte. Zunächst hatte er angegeben, er sei von einem Alter von 14 oder 15 Jahren ausgegangen. Das Urteil für Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauchs eines Unmündigen und schwere Nötigung: Vier Jahre unbedingte Haft und 5000 Euro Teilschmerzensgeld für den 13-Jährigen. Der Iraner und sein Anwalt meldeten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an.

Andreas Moser
Andreas Moser

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