Do, 19. April 2018

Drama vor Libyen

02.02.2018 15:42

Flüchtlingsboot gekentert: 90 Tote befürchtet

Wieder eine Flüchtlingstragödie im Mittelmeer: Ein Boot mit mehr als 90 Menschen ist Freitagfrüh vor der Küste Libyens gekentert. Die Organisation für Migration (IOM) befürchtet, dass die meisten Migranten an Bord umkamen.

Es gebe nach ersten Berichten nur drei Überlebende: Zwei seien an Land geschwommen, ein weiterer sei von Fischern gerettet worden, sagte IOM-Sprecherin Olivia Headon. Zehn Leichen seien an der Küste angespült worden. Das Meer sei ruhig gewesen, ein wetterbedingter Unfall deshalb unwahrscheinlich. Es könne sein, dass das Boot, das sehr voll gewesen sein soll, aus dem Gleichgewicht geraten war.

An Bord waren demnach vor allem Menschen aus Pakistan. Zwei der Überlebenden seien Pakistaner, ebenso acht der tot Geborgenen, berichtete Headon. Bei einem Such- und Rettungseinsatz vor der Hafenstadt Zuwara im Nordwesten Libyens seien zunächst keine weiteren Überlebenden gefunden worden.

EU will Kampf gegen Schlepper fortsetzen
Die EU werde die Rettung von Flüchtlingen in Seenot und den Kampf gegen Schlepper fortsetzen, reagierte EU-Sprecherin Catherine Ray in Brüssel auf das Drama. "Jedes verlorene Menschenleben ist eins zu viel."

Seit dem Frühsommer 2015 läuft die EU-Operation "Sophia" vor der Küste Libyens. Mehr als 45.000 Menschen wurden dabei schon in Sicherheit gebracht. Rund 120 mutmaßliche Schlepper wurden nach Hinweisen von "Sophia"-Einheiten festgenommen und über 460 Boote zerstört.

 krone.at
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