Mo, 20. November 2017

Krebsleiden erlegen

23.05.2009 18:00

Schauspielerin Barbara Rudnik ist tot

Die Schauspielerin Barbara Rudnik ist am Samstag im Alter von 50 Jahren an Krebs gestorben. Sie erlag in einem Krankenhaus im Beisein von Familie und Freunden ihrer Krankheit, sagte ihre Schwester Beate Werner. Über den genauen Ort wurde zunächst Stillschweigen bewahrt. Seit den 70er-Jahren lebte Rudnik in München.

Die beliebte Schauspielerin wurde durch zahlreiche Rollen im Fernsehen bekannt. Unter anderem spielte sie 1995 neben Götz George in dem Film "Der Sandmann". 2002 übernahm sie die Rolle der Kommissarin Simone Dreyer in der ARD-Krimiserie "Polizeiruf 110". Auch im Krimi-Musical "Müllers Büro" des erst Anfang April gestorbenen Regisseurs Niki List wirkte sie als geheimnisvolle Schöne mit.

Ihre ersten Schritte beim Film machte Rudnik in München, wohin sie 1976 nach der mittleren Reife in Kassel gegangen war. Filmhochschüler entdeckten die hübsche Tochter eines Drehers und einer Näherin und engagierten sie für ihre Streifen. 1982 war sie in Beate Klöckners Film "Kopfschuss" bei den Filmfestspielen in Cannes zu sehen. Auch in Münchner Off-Theatern trat sie immer wieder auf. Es folgten Rollen in Filmen wie "Tausend Augen" von Hans Christoph Blumenberg, "Der Unsichtbare" von Ulf Miehe und französische Streifen wie "Douce France". Bald wurde die blonde Schauspielerin mit den blau-grauen Augen, den hohen Wangenknochen und der starken Ausstrahlung als neue Lauren Bacall gefeiert.

"Münchnerin werde ich nie"
Ihre Kinder- und Jugendjahre im Hessischen kann Rudnik nicht verleugnen, trotz der vielen Jahre in Bayern. "Münchnerin werde ich nie", sagte sie einmal in einem Interview. Doch die Bayern haben sie trotzdem ins Herz geschlossen. Die Polizei des Freistaats verlieh ihr im April 2007 die Würde als Ehrenkommissarin und beschenkte sie mit Polizeimütze und Schulterklappen.

Wie viel Disziplin Rudnik bei der Arbeit aufbrachte, wurde im April vergangenen Jahres klar, als sie ihre Brustkrebserkrankung öffentlich machte. "Ich habe mir die bösartigste Krebsart ausgesucht, die es gibt", sagte sie damals der Illustrierten "Bunte". Die Chemotherapie schlug an, doch drei Monate später kehrte die tückische Krankheit zurück. Weitere Behandlungen folgten, die Rudnik schwer zu schaffen machten. Von der Arbeit ließ sie sich aber nicht abhalten.

Krankheit eineinhalb Jahre geheim gehalten
Tapfer drehte sie trotz Krankheit Filme wie Til Schweigers Erfolgskomödie "Keinohrhasen", den ZDF-Psychothriller "Der fremde Gast" oder Folgen der ARD-Krimireihe "Commissario Laurenti". Auch öffentlich ließ sie sich nichts anmerken. Fast eineinhalb Jahre konnte sie ihre Krankheit geheim halten, von der sie Ende 2005 erfahren hatte.

Statt sich von der Krankheit und den düsteren Gedanken unterkriegen zu lassen, ging die Schauspielerin offensiv damit um. "Heute lebe ich bewusster und glücklicher als vor drei Jahren, weil ich jeden Tag genieße", vertraute sie Anfang 2008 der "Bunten" an. "Ich habe in mir eine ungeheure Lebenslust entdeckt, die viel zu lange verschüttet war."

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