Di, 22. Mai 2018

Nordische WM

16.02.2009 17:38

Innauer erwartet sich mindestens drei Medaillen

Wenn am Mittwoch die 47. Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Liberec eröffnet wird, sind die Zielvorgaben für Österreichs 18-köpfige Delegation klar: Vor allem auf den diese Saison so dominierenden Skispringern lasten große Erwartungen, immerhin haben Gregor Schlierenzauer und Tournee-Triumphator Wolfgang Loitzl gemeinsam 14 von 21 Weltcup-Bewerben gewonnen. Auch die Kombinierer zeigten zuletzt einen Aufwärtstrend, lediglich für die Langläufer hängen die Trauben ziemlich hoch.

Für die Kombinierer gibt es diesmal sogar vier Medaillensätze zu gewinnen, da der Massenstartbewerb seine Premiere (und auch gleich wieder seinen Abschied) gibt. Zusätzlich dazu werden zwei weitere Einzel-WM-Titel nach neuem Modus (ein Sprung/zehn Kilometer Langlauf) einmal von der Groß- und einmal von der Normalschanze vergeben. Bei den Skispringern werden auch vier Titel vergeben, weil die Damen am Freitag auf der Normalschanze ihre WM-Premiere feiern. Insgesamt werden bei diesen Weltmeisterschaften im Norden Tschechiens 20 Weltmeister gekürt, so viele wie nie zuvor.

Innauer will mindestens drei Medaillen
Toni Innauer äußerte sich mit Vorgaben für die WM vorsichtig. "Wir fahren schon hin, weil wir etwas reißen wollen. Wir haben drei bis vier Medaillen als Ziel", meinte der Nordische Direktor für Skispringen und Nordische Kombination. In der Nordischen Kombination hofft Innauer auf eine Medaille, "auch weil wir bei der letzten WM in Sapporo keine gemacht haben", im Skispringen hofft er auf Mannschafts-Edelmetall und mindestens eine Einzelmedaille.

Dass das erste Einzel-WM-Gold im Skispringen überfällig ist, ist auch Innauer klar. Der bisher letzte Einzel-Weltmeister aus Österreich war Heinz Kuttin im Val di Fiemme vor 18 Jahren. "Na ja, das ist eine lange Zeit. Die Chancen waren noch nie so gut und natürlich ist das auch von allen ein Ziel." Auch von ihm selbst? "Von mir ist es ein Wunsch", meinte er lachend.

Iraschko heißestes Eisen der Damen
"Schön" wäre freilich auch eine Medaille bei der Premiere der Skispringerinnen, gesteht Innauer. "Ich hoffe, dass wir dort was zusammenbringen. Aber da ist natürlich eine Tagesverfassung extrem entscheidend, weil noch keine der Damen so ein Großereignis erlebt hat." Mit der 25-jährigen Daniela Iraschko, die heuer schon fünf Kontinentalcup-Springen gewonnen hat (bei den Damen gibt es noch keinen Weltcup), und Jacqueline Seifriedsberger hat der ÖSV zwei Eisen im Feuer.

In der Kombi hängen die Trauben hoch
Schwierig wird es für Innauer in der Kombination. "Es gibt Chancen, die sind aber natürlich deutlich geringer als im Skispringen, dass muss man schon realistisch feststellen. Wir kommen im Laufen ein bisserl besser, da haben wir vielleicht in der Saisonplanung ein bisserl unterschätzt, was die Modusveränderung für eine Gewichtung bringen wird." An einem guten Tag hätten Mario Stecher, Bernhard Gruber, Christoph Bieler und Lukas Klapfer bei optimalem Verlauf eine gute Chance. Nur, die Trauben hängen wirklich wahnsinnig hoch."

"Schlierenzauer ist ein Phänomen"
Zum Phänomen Gregor Schlierenzauer, der nach zehn Saisonsiegen großer Favorit ist, meint Innauer: "Gregor ist halt in mancher Hinsicht außergewöhnlich und die Frage war immer, wie weit bleibt er am Boden und entwickelt sich einfach auch mit den Mitteln, die man ihm zur Verfügung stellen kann. Da sind zwei Dinge zusammenkommen: Ein noch nie dagewesenes Talent, das muss man sagen, und einfach die Voraussetzungen, die er bei uns hat und in jeder Stufe genießen hat können."

Ob er ihn vom Talent her tatsächlich über alle anderen stellt? "Da muss man vorsichtig sein in Österreich. Aber er ist außergewöhnlich und der Nächste, der ihm das Wasser reichen kann, ist Thomas Morgenstern. Aber die Überlegenheit im Skifliegen ist eine Besonderheit, die der Gregor zeigt. Das macht ihn noch einmal vielseitiger, und damit auch für den Gesamt-Weltcup sehr schwer zu schlagen."

Sorgenkind Langlauf
Die Erwartungen der Langläufer sind deutlich niedriger angesetzt, obwohl sich in Christian Hoffmann auch ein Läufer mit Medaillen-Potenzial in ihren Reihen befindet. "Wenn er wirklich gesund und in Form ist, wäre eine Medaille schön", erklärte ÖSV-Referent Dietmar Miklautsch über den 30-Kilometer-Olympiasieger 2002 und 50-Kilometer-Olympia-Dritten von 1998, der nur am WM-Schlusstag über 50 Kilometer antritt. "Aber da lehne ich mich schon weit aus dem Fenster. Hoffmann hat aber schon gezeigt, dass er es draufhat",  Für Katerina Smutna hält Miklautsch in ihrer Geburtsregion über zehn Kilomter klassisch einen Top-Ten-Platz für möglich.

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