Di, 22. Mai 2018

Nervenkrimi

07.10.2008 15:33

ÖTTV-Herren verlieren Halbfinale mit 2:3

Das österreichische Tischtennis-Herren-Nationalteam ist am Montag nur hauchdünn an seinem zweiten Einzug in ein EM-Finale nach Aarhus 2005 vorbeigeschrammt. Werner Schlager, Robert Gardos und Chen Weixing unterlagen am Abend bei den Titelkämpfen in St. Petersburg Titelverteidiger Deutschland 2:3, sicherten sich aber die Bronze-Medaille. Österreichs Damenteam schloss die EM mit Platz sechs ab. Im letzten Platzierungsspiel verlor die ÖTTV-Truppe gegen Spanien 1:3, wobei auf einen Einsatz von Ex-Europameisterin Liu Jia verzichtet wurde. Den Punkt der Österreicherinnen holte im Eröffnungseinzel Veronika Heine. Die Wienerin in ihrem zweiten Match sowie Martina Petzner und Li Qiangbing unterlagen.

Diesmal wären die Deutschen für die ÖTTV-Herren zu packen gewesen, doch der fünfte Satz im fünften Match ging dann doch mit 11:9 an den Favoriten. Da half es auch nicht, dass Schlager abermals groß aufspielte und bei diesen Titelkämpfen ungeschlagen in die Individualbewerbe geht. Im Hit des Tages setzte sich der 36-Jährige erstmals seit den Korea Open 2002 gegen den Weltcup-Zweiten und Einzel-Europameister Timo Boll durch, verkürzte im Head-to-Head auf 4:17.

Mit diesem Erfolg erhielt Schlager seinem Team die Finalchance, ehe Robert Gardos (Bild) zum entscheidenden Duell gegen Bastian Steger an die Platte trat. Das Eröffnungseinzel hatte Gardos glatt 0:3 gegen Boll verloren, dann Schlager einen 0:2-Rückstand gegen Steger in ein 3:2 verwandelt, ehe Dimitri Ovtcharow Chen Weixing mit 3:2 in die Schranken wies. Der Niederösterreicher machte dabei in Satz fünf nach einem 6:3 keinen Punkt mehr.

Schlager mit Nerven aus Stahl
Hätte Chen diese Partie gewonnen, hätte die ÖTTV-Truppe beste Karten gehabt. So aber hatte Schlager wie schon oft zu beweisen, dass er mit Druck bestens umgehen kann. Der Ex-Weltmeister agierte von Beginn weg offensiv, ließ Boll nur Satz zwei. "Timo hatte aber sicher nicht seine beste Partie gegen mich", räumte Schlager fair ein. "Bei ihm hat das Service nicht so gepasst. Es war eine Summe von Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben hat."

Gardos war ein Erfolg gegen Steger wegen seiner zuletzt starken Leistungen durchaus zuzutrauen gewesen. Der Spanien-Legionär hatte ja unter anderem Schlager vor drei Wochen im Finale des Austria-Top-12 besiegt und war vor dem Duell mit Deutschland bei diesen Titelkämpfen ebenfalls noch unbesiegt. Und als er bei 0:1 in Sätzen ein 4:10 noch zum Satzausgleich umdrehte, standen die Sterne für den 29-Jährigen scheinbar wieder gut.

Zwei Punkte fehlten zum Sieg
Der gebürtige Ungar legte noch einen Satzgewinn nach und war in Durchgang vier schon zwei Punkte am Matchgewinn dran, doch es ging nach einer Gesamtspielzeit von 3:15 Stunden in einen alles entscheidenden Satz. Gardos war da wie im vierten Durchgang bereits 5:2 voran gelegen, doch Steger bewies wieder die besseren Nerven und holte Satz und Match.

"Ich weiß nicht, ob ich fest daran geglaubt habe, dass ich gewinne", meinte Gardos nach der Parite und erklärte, dass der bei ihm sonst gut funktionierende schnelle Flip auf den ersten Ball des Gegners mit dem neuen Schläger-Material (ohne Frisch-Kleber) noch nicht so richtig klappt. "Diese Unsicherheit hat mich wieder zurückgeworfen."

Weißrussland wartet auf Deutschland
Im zweiten Semifinale setzte sich Weißrussland gegen Belgien 3:0 durch. Entscheidend war dabei das Eröffnungseinzel, das Wladimir Samsonow gegen seinen ehemaligen Charleroi-Kollegen Jean-Michel Saive nach Abwehr von zwei Matchbällen im fünften Satz noch für sich entschied.

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