Fr, 15. Dezember 2017

Attacken in Schulen

22.06.2008 18:18

Kein Foto ohne Erlaubnis

Den Lehrer bis zur Weißglut reizen, bei einem "Ausraster" erwischen, peinliche Szenen mittels Handy einfangen - das ist ein neuer "Sport", der wohl auch vor Österreichs Schülern nicht Halt macht. Und womöglich für die Szenen kürzlich in Fohnsdorf (siehe Infobox) Motivation war. Aber: Da gibt's strenge Verbote. Stichwort: Recht am eigenen Bild.

In einer Fohnsdorfer Schule haben sich kürzlich erschreckende Szenen abgespielt. Ein Lehrer soll von vier 15-Jährigen heftig provoziert worden sein, schließlich flogen Flaschen; der Lehrer musste regelrecht flüchten. "Die Mädchen wollten ihn offenbar per Handy filmen und das auf 'YouTube' stellen, da ist das Ganze eskaliert", so dazu der steirische Landeschulrats-Präsident Wolfgang Erlitz.

Lehrer "abgeschossen"
Womit sich - zum sehr ernsten Aspekt Gewalt gegen Pädagogen - noch ein Problem ergibt, das laut Erlitz um sich greift: "Da wird immer öfter versucht, den Lehrer mittels Foto oder Video 'abzuschießen'. Aber sowas ist, das müsste unseren Schülern einfach einmal ordentlich bewusst werden, schlicht verboten! Es gibt das Recht aufs eigene Bild."

Rechtliche Folgen
Was das heißt, erklärt die Grazer Rechtsanwältin Dr. Hella Ranner. "Da geht es um den Schutz des Abgebildeten. Außer bei einer Person öffentlichen Interesses darf niemand fotografiert oder gefilmt werden, ohne dass dieser es will und seine Einwilligung dafür gibt." Passiert das doch, könnte ein zivilrechtlicher Unterlassungsanspruch mit Entschädigungsforderung folgen.

Erlitz weist auch darauf hin, dass in den meisten Schulen der Gebrauch von Handys ohnehin nicht erlaubt ist. "Da sollte man strikter vorgehen, die Schulleitung wieder einmal nachjustieren, ob das Verbot eingehalten wird." In der Causa Fohnsdorf wird Montag Neues erwartet: Dann entscheidet sich, ob Suspendierungen ausgesprochen werden.

von Christa Blümel, "Steirerkrone"
Symbolbild

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