Mi, 22. November 2017

Nach US-Luftangriff

12.06.2008 14:45

Pakistan stellt Anti-Terror-Allianz in Frage

Nach einem US-Luftangriff auf einen Militärposten an der Grenze zu Afghanistan haben pakistanische Politiker vor einem Auseinanderbrechen der Allianz gegen den internationalen Terrorismus gewarnt. Der Ministerpräsident der Nordwest-Grenzprovinz, Amir Haidar Khan Hoti, rief die Regierung in Islamabad am Donnerstag dazu auf, eine weitere Zusammenarbeit mit den US-Streitkräften im Anti-Terror-Kampf zu prüfen, sollte sich ein derartiger Vorfall wiederholen.

Premierminister Yousaf Raza Gilani hatte bereits am Vorabend den Angriff, bei dem in der Nacht auf Mittwoch elf pakistanische Soldaten starben, als "völlig inakzeptabel" verurteilt. Das Außenministerium habe zudem US-Botschafterin Anne W. Patterson einbestellt und den Luftschlag "scharf verurteilt", hieß es in einer Mitteilung der Regierung.

Pentagon: "Legitimer Akt"
Das US-Verteidigungsministerium sprach von einem legitimen Akt der Selbstverteidigung. Einheiten der US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan seien von der pakistanischen Seite beschossen worden und hätten sich verteidigt, sagte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell am Mittwoch in Washington. "Wir betrauern den Tod pakistanischer Soldaten, die (unsere) Partner im Kampf gegen den Terrorismus sind", sagte hingegen ein Sprecher des US-Außenamts.

Die Taliban in Pakistan haben unterdessen angekündigt, Rache für den US-Angriff auf die halbautonomen Stammesgebiete im Nordwesten des Landes nehmen zu wollen. "Wir haben das Recht, unsere Heimat zu verteidigen", erklärte ein Sprecher der Extremisten. Jede "Aggression der NATO-Truppen" in Pakistan werde mit "voller Wucht" beantwortet. Bei den Kämpfen kamen nach Taliban-Angaben auch acht Aufständische ums Leben.

Rückzugsgebiet für Taliban-Kämpfer
Pakistan gehört zu den engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten im internationalen Anti-Terror-Kampf. Das Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Hochburg radikal-islamischer Extremisten und als Rückzugsraum für im Nachbarland aktive Taliban-Kämpfer und Al-Kaida-Terroristen. Derzeit verhandelt die pakistanische Regierung mit mehreren Extremisten-Gruppen in der Region über Friedensverträge.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden