Fr, 24. November 2017

Verschwendung

08.06.2008 19:27

Rechnungshof „zerlegt“ Spitals-Management

Es ist Sprengstoff, der da Freitag am späten Nachmittag auf den Schreibtischen der Landesregierer gelandet ist. Der Bundesrechnungshof hat in einem Rohbericht (GZ 003.324 / 002-S2-3 / 07) mit dem - mittlerweile ausrangierten - steirischen Spitalsmanagement abgerechnet. Auf den Punkt gebracht: Millionen seien verschleudert, ebenso viele Millionen an konkreten Einsparungspotenzial nicht genutzt worden.

Rechnngshof empfiehlt radikalen Kurswechsel - Infobox! 

Auf 66 Seiten haben sich die Prüfer kein Blatt vor den Mund genommen: Der Patient Spital ist schwer krank - und nur mit einer Millioneninfusion am Leben zu erhalten. Netto sind es unfassbare 364 Millionen Euro, die aus dem Landesbudget direkt zur Abdeckung des Spitalsdefizits aufgewandt werden müssen.

364-Millionen-Minus und trotzdem nicht gespart
Dabei hätten die Prüfer reichlich Sparpotenzial gefunden: Bei der Chirurgiereform 8,3 Millionen Euro, durch den Abbau von Überkapazitäten in Graz (270 Betten) wären 40 Millionen "drinnen". Heftig reibt sich der Rechnungshof auch an - 800.000 Euro teuren - externen Beratungsaufträgen. Man solle das im Unternehmen vorhandene Expertenwissen besser nutzen.

Kritisch setzen sich die Prüfer auch mit den Spitals- Küchen auseinander. Durch Effizienzsteigerung - sprich eine Zentralküche, von der aus alle Krankenhäuser beliefert werden, oder gar eine völlige Fremdvergabe - bestünde Sparpotenzial in der Dimension von 3,5 Millionen Euro pro Jahr.

Mit "aufgeblähtem Wasserkopf" umschreibt man am besten, die (Posten)entwicklung in der Zentraldirektion. Während die Gesamtmitarbeiterzahl von 2000 bis 2006 um 4,2 Prozent gestiegen ist, waren es in der Zentrale stattliche 27 Prozent. Und während die Personalkosten pro Kopf bei 40.000 Euro jährlich liegen, sind es in der Direktion beachtliche 56.000 Euro. Kühles Resümee: "Die Zahl der Bediensteten in der Direktion reduzieren..."

von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger

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