Das freie Wort

Klimakonferenz unter schlechten Vorzeichen

Gemischte Ansichten zur diesjährigen UN-Klimakonferenz in Aserbaidschan sind gerechtfertigt, wenn Muxtar Babayev, der Präsident der heurigen Konferenz, aus der Ölbranche kommt und die Einnahmen des Landes zu 90% aus Exporten fossiler Brennstoffe stammen. Es ist fraglich, ob sich ein Vorsitzender, dessen Land Milliarden mit Öl- und Gasgeschäften verdient, im Rahmen der Klimakonferenz ernsthaft mit dem Ausstieg aus fossilen Energien auseinandersetzt – überhaupt wenn diese Einkünfte den wesentlichen Bestandteil der Einnahmen des Landes bilden. Das ist eine Erklärung dafür, warum COP29-Gastgeber Aserbaidschan das Thema „Ausstieg“ zunächst gar nicht auf die Agenda geschrieben hat.  Unbestritten steht die COP29 (Conference of the Parties) in Baku unter schlechten Vorzeichen. Der zukünftige US-Präsident Donald Trump kündigt den Ausstieg aus dem Klimaabkommen an, Deutschland, ein Vorreiter beim Thema Klima, hat durch die Regierungskrise andere Sorgen, und viele Staaten, die dem Klimaabkommen beigetreten sind, haben große finanzielle Sorgen. Damit rückt eine Aufstockung des auslaufenden Budgets von 100 Milliarden US-Dollar, mit dem die Industriestaaten den Klimaschutz in ärmeren Ländern unterstützen, in weite Ferne. So stellt sich die Frage, ob die Ergebnisse der Klimakonferenz die vielen Tonnen CO2 durch die Flüge von rund 50.000 Teilnehmern aus 197 Ländern rechtfertigen. Internationale Aufmerksamkeit, schöne Bilder und unverbindliche Absichtserklärungen von Klimakonferenzen gibt es genug. Geredet wurde viel, doch nur Taten können den Klimawandel vielleicht noch verlangsamen. An das Ziel, diesen aufhalten zu können, glaubt ohnehin niemand mehr.

Mag. Hans Rankl, St. Pölten

Erschienen am Do, 14.11.2024

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