Das war die Wirtschaftsentwicklung im vergangenen Jahr. Fast alle Kostenfaktoren haben sich für die Wirtschaft erhöht, Energie, Mieten, Vorprodukte, nur einer nicht: der Faktor Arbeit. Die Lohn- und Gehaltskosten haben sich für die Unternehmen nicht erhöht, ihr Anteil an den Gesamtkosten ist im Gegenteil prozentuell laufend gesunken. Dennoch wurden die Verkaufspreise mit der allgemeinen Inflationsrate erhöht und oft darüber hinaus. Das hat schöne Gewinne gebracht. Nur für die Arbeitnehmer ist mit gleichbleibenden Löhnen bei hoher Inflation die Kaufkraft laufend gesunken. Und nun verlangen sie auf einmal in der Höhe dieser Inflationsrate mehr Lohn und Gehalt. Das ist doch nicht überraschend! Denn sie haben das ganze vergangene Jahr einen Kaufkraftverlust zu verkraften gehabt. Und auch keinen kleinen. Und die Unternehmer haben vielfach von dem niedriger werdenden Lohnkostenanteil ordentlich profitiert. Ist es da nicht verständlich, dass die Arbeitnehmer jetzt, unterstützt von den Gewerkschaften, bei den Lohnverhandlungen hart bleiben?
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