Australian Open

Scharapowa besiegt im Finale Ivanovic

Sport
26.01.2008 16:02
Die Siegerin der Australian Open 2008 heißt Maria Scharapowa. Im Damenfinale setzte sich die 20-jährige Russin am Samstag gegen die gleichaltrige Serbin Ana Ivanovic relativ sicher mit 7:5 und 6:3 durch und blieb damit im gesamten Turnierverlauf ohne Satzverlust.

Für Scharapowa war es der erste Erfolg in Melbourne und der dritte Grand Slam-Titel nach Wimbledon 2004 und den US Open 2006. Im vergangenen Jahr hatte die Russin gegen die US-Amerikanerin Serena Williams glatt 1:6 und 2:6 verloren.

Bei Temperaturen weit über 30 Grad dominierte Scharapowa nicht wie gewohnt mit ihrem Aufschlagspiel und schlug lediglich ein Ass. Ivanovic ihrerseits beging zu viele Eigenfehler, um aus den Unsicherheiten der Russin Kapital zu schlagen. "Es war heute nicht meine beste Aufschlagleistung des Turniers", meinte Scharapowa selbstkritisch, obwohl sie immerhin in ihren ersten drei Servicespielen keinen einzigen Punkt abgegeben hatte. "Aber ich habe die Sachen gemacht, die ich machen musste, um das Spiel zu gewinnen."

Ivanovic wird Nummer 2 der Welt
Die Nummer fünf der WTA-Rangliste revanchierte sich mit ihrem Erfolg in 91 Minuten auch für ihre Halbfinal-Niederlage gegen Ivanovic bei den French Open im vergangenen Jahr. Ivanovic wird trotz der Niederlage erstmals in ihrer Karriere auf Platz zwei der Weltrangliste klettern. Die Weltranglisten-Erste Justine Henin war in Melbourne im Viertelfinale an Scharapowa gescheitert.

Ivanovic, die im Vorjahr auch das French-Open-Finale gegen Henin verloren hatte, hatte die Niederlage bald verarbeitet. "Es tut ein bisschen weh, aber ich bin sicher, dass ich daraus lernen kann", meinte die Serbin. "Ich war auf dem Platz emotional und sehr enttäuscht, dass ich nicht die Chancen ergreifen konnte, die ich hatte. Aber ich bin immer noch jung und glaube, dass ich noch viele weitere Grand-Slam-Endspiele vor mir habe."

Israelis Erlich/Ram holten Doppel-Titel
Das Herren-Doppelfinale ging am Samstag an das Duo Jonathan Erlich und Andy Ram. Die Israelis besiegten die Franzosen Arnaud Clement und Michael Llodra in zwei Sätzen 7:5, 7:6(4) und sorgten damit für den ersten israelischen Grand-Slam-Titel der Geschichte. Ihre Landsfrau Shahar Peer hatte diesen Erfolg durch eine Niederlage im Damen-Doppelfinale am Freitag noch verpasst.

Wie Peer, die in Doha antreten wird, wollen auch Ram und Erlich die arabisch-israelischen Beziehungen verbessern und im März beim Turnier in Dubai antreten. Die Drei wären damit die ersten israelischen Athleten, die ein Turnier in der Golfregion bestreiten würden.

Sensationsfinale bei den Herren
Mit einer Überraschung hat am Freitag auch das zweite Herren-Halbfinale der Australian Open geendet. Der Serbe Novak Djokovic besiegte Titelverteidiger und Turnierfavorit Roger Federer glatt in drei Sätzen. Der 20-Jährige folgte damit Überraschungsmann Jo-Wilfried Tsonga aus Frankreich, der am Donnerstag die Nummer 2 der Welt, den Spanier Rafael Nadal, ausgeschaltet hatte, ins Endspiel nach.

Djokovic bezwang den Weltranglisten-Ersten Federer 7:5, 6:3, 7:6(5) und zog in sein zweites Grand-Slam-Finale nach den US-Open im Vorjahr ein. Für Federer ging eine Serie von zehn erreichten Grand-Slam-Endspielen in Folge zu Ende. Acht davon hatte der Schweizer gewonnen. "Es ist einfach unglaublich die Nummer 1, den wahrscheinlich Besten, den dieser Court je gesehen hat, zu schlagen. Ich bin sehr stolz. Ich habe alles gezeigt, was ich drauf hatte", meinte Djokovic.

Im siebenten Duell mit dem 26-jährigen Schweizer gewann Djokovic zum zweiten Mal. "Jedes Mal, wenn man gegen ihn spielt, lernt man etwas dazu. Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie ich dem Druck standgehalten habe. Das Publikum hat mir enorm geholfen", resümierte der Serbe nach seiner überzeugenden Leistung. Djokovic gab stets das Tempo vor, Federer war nur selten in der Lage, dem Weltranglisten-Dritten sein Spiel aufzuzwingen.

Federer: "Habe alles gegeben"
Naturgemäß war Federer mit seiner Leistung nicht zufrieden: "Natürlich bin ich enttäuscht. Es ist nicht leicht, jede Woche da draußen zu stehen und zu gewinnen. Man trifft dauernd auf Top-Ten-Spieler oder andere, die gerade einen Lauf haben." Djokovic hatte überraschenderweise klar dominiert, Federer machte sich jedoch keine Vorwürfe, nicht alles versucht zu haben. "Was die Einstellung, den Kampfgeist betrifft, habe ich alles gegeben, aber so kurz nach dem Spiel ist es schwierig, das Ganze zu analysieren", betonte Federer.

"Ich weiß, dass es nicht immer nur nach meinen Vorstelllungen gehen kann", gab der Weltranglisten-Erste zu bedenken. "Aber es geht weiter und ich bin zuversichtlich für den Rest des Jahres", meinte der Schweizer, dem nur noch zwei Grand-Slam-Titel auf den Rekord von Pete Sampras (USA/14) fehlen.

Erstmals seit 2005 ein Endspiel verpasst
Federer verpasste erstmals seit den French Open 2005 ein Grand-Slam-Endspiel. Ohne Satzgewinn hatte sich der zwölffache Grand-Slam-Sieger bei einem der vier großen Turniere zuletzt 2004 in Paris dem Brasilianer Gustavo Kuerten geschlagen geben müssen. Die letzte Niederlage des Schweizers in Melbourne datierte vom Jänner 2005. Damals hatte er ebenfalls im Halbfinale gegen den späteren Sieger Marat Safin in fünf Sätzen verloren.

Im Endspiel bekommt es Djokovic nun mit der Nummer 38 der Welt zu tun. Das Spiel gegen den ungesetzten Tsonga, werde "sicher richtig interessant", betonte Djokovic. "Es ist toll, einen neuen Spieler zu sehen, der so gut auftritt."

Überraschungsmann Tsonga eliminiert Nadal
Im Finale trifft Djokovic am Sonntag auf den ungesetzten Überraschungsmann Jo-Wilfried Tsonga. Der Franzose hat sich am Donnerstag im Halbfinale erstaunlich klar mit 6:2, 6:3, 6:2 gegen den Spanier durchgesetzt und steht zum ersten Mal in seiner Karriere im Finale eines Grand-Slam-Turniers.

"Das ist unglaublich, ich habe eine Gänsehaut. Heute konnte mich nichts aufhalten", sagte Tsonga unter dem Jubel der 15.000 Zuschauer in der Rod Laver Arena nach seinem Coup gegen den dreimaligen French-Open-Champion. Bei seiner fünften Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier hatte Tsonga zuvor unter anderem den an Nummer neun gesetzten Schotten Andy Murray, den an Position acht eingestuften Franzosen Richard Gasquet und im Halbfinale den Russen Michail Juschnij bezwungen. Durch den Einzug in das Endspiel wird der vom Aussehen her an Box-Legende Muhammad Ali erinnernde und deshalb auch so gerufene Franzose aus Le Mans in der Weltrangliste erstmals unter die Top 20 klettern.

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(Bild: KMM)



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