So, 24. Juni 2018

Job gerettet

18.10.2007 14:30

Teamchef Hickersberger sitzt wieder fest im Sattel

Das ÖFB-Präsidium hat Teamchef Josef Hickersberger nach dem 3:2-Erfolg gegen die Elfenbeinküste am Donnerstag den Rücken gestärkt. "Der Teamchef bei der EURO 2008 wird Josef Hickersberger heißen. Man kann davon ausgehen, dass sich an der Meinung des Präsidiums nichts mehr ändern wird", erklärte ÖFB-Präsident Friedrich Stickler. Hickersberger selbst fordert insgesamt mehr Unterstützung fürs Team und kommentierte den Sieg gegen die Ivorer mit den trockenen Worten: "Wir haben ein Testspiel gewonnen, nicht mehr und nicht weniger!"

In der Infobox hast du die Möglichkeit abzustimmen, ob es die richtige Entscheidung ist, an Hickersberger als Teamchef festzuhalten!

Ein Gefühl großer Genugtuung hat sich Josef Hickersberger nach dem ersten Sieg der Nationalmannschaft in diesem Jahr nicht anmerken lassen. Am Tag nach dem 3:2 in Innsbruck über die Elfenbeinküste, das dem 59-Jährigen wohl den Job rettete, verzichtete der Teamchef auf jubelnde Wortmeldungen und betonte stattdessen, dass der Weg der ÖFB-Auswahl zu einem konkurrenzfähigen Teilnehmer an der EURO 2008 noch ein weiter sei.

"Wir haben ein EM-Vorbereitungsspiel gewonnen, nicht mehr und nicht weniger, allerdings gegen eine sehr gute Mannschaft", sagte "Hicke" und bezeichnete die Leistung als "überraschend und erfreulich".

Kritik an der österreichischen Selbstzerfleischung
Bei aller Sachlichkeit konnte sich der Teamchef eine Kritik an den Vorgängen rund um das Elfenbeinküste-Match nicht verkneifen. "In den letzten Tagen haben wir uns im Ausland nicht von der besten Seite präsentiert. Die Selbstzerfleischung ist zwar typisch für Österreich, aber man sollte nachdenken, was man sagt oder schreibt. Die EURO ist nicht nur für den Fußball, sondern für das ganze Land eine große Chance. Da sollte man sich überlegen, ob nicht mehr bedingungslose Unterstützung des Nationalteams besser wäre. Wenn uns das gelingt, werden wir uns bei der EM nicht lächerlich machen."

Zumindest vorläufig ist der Rückhalt durch die Öffentlichkeit gesichert, was auch Hickersberger weiß: "Die Situation hat sich bis zu den nächsten Spielen etwas entspannt, dann schauen wir mal", erklärte der Coach im Hinblick auf die Partien in Wien gegen England (16. November) und Tunesien (21. November).

Die Spieler siegten für ihren Trainer
Dass Hickersberger gegen England überhaupt noch auf der Bank sitzt, hat er der engagierten Leistung seiner Kicker zu verdanken, die sich nach eigenen Angaben für ihren Trainer besonders ins Zeug legten. So meinte etwa Kapitän Andreas Ivanschitz: "Wir haben gewusst, wie die Situation ausschaut. Deswegen haben wir vor dem Spiel klar gesagt, dass wir nicht nur für die Fans und für uns, sondern auch für den Teamchef spielen, der uns sein Vertrauen gegeben hat und immer hinter uns gestanden ist."

Ähnlich äußerte sich auch Franz Schiemer, der in seiner ersten ÖFB-Partie von Beginn an einen unerschrockenen Auftritt gegen Weltstar Didier Drogba hinlegte. "Wir haben für den Teamchef gespielt, weil wir nicht in Ordnung gefunden haben, wie die Öffentlichkeit über ihn geurteilt hat", sagte der Austrianer.

Hickersberger selbst nahm die Unterstützungserklärungen wohlwollend zu Kenntnis. "Ich habe als Aktiver nur ein paar Mal für den Trainer gespielt, immer wenn ich Angst gehabt habe, dass ein schlechterer nachkommt", erklärte er mit ironischem Unterton und betonte: "Es ist schön, wenn sie das sagen, aber sie sollten öfters so spielen wie am Mittwoch, dann bräuchten sie solche Aussagen nicht zu tätigen."

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