08.10.2007 17:06 |

Der nächste Streich

Apocalyptica: "Worlds Collide"

Als sich die Klassikstudenten vor einigen Jahren zusammengetan haben, um Stücke von Metallica zu interpretieren, ahnte wohl noch niemand, mit welchem Erfolg die Idee gekrönt sein würde. Mittlerweile schreiben die Finnen von Apocalyptica ihre eigenen Songs und stehen für ein ungewöhnliches Crossover aus Klassik und Metal. Der neueste Streich der drei Cellisten plus Schlagzeuger, auf dem auch wieder zahlreiche Gastsänger vertreten sind, setzt diese Tradition gekonnt fort.

Als sich die Klassikstudenten vor einigen Jahren zusammengetan haben, um Stücke von Metallica zu interpretieren, ahnte wohl noch niemand, von welchem Erfolg die Idee gekrönt sein würde. Mittlerweile schreiben die Finnen von Apocalyptica ihre eigenen Songs und stehen für ein ungewöhnliches Crossover aus Klassik und Metal. Der neueste Streich der drei Cellisten plus Schlagzeuger, auf dem auch wieder zahlreiche Gastsänger vertreten sind, setzt diese Tradition gekonnt fort.

"Worlds Collide" heißt das vierte Album der Finnen mit nahezu ausschließlich eigenen Songs. Lediglich ein fremdes Stück, "Heroes" von David Bowie, hat es auf die CD geschafft. "Nach den beiden ersten Platten wurde uns klar, dass wir unsere eigene Identität finden müssen, wenn wir weitermachen wollen", so die Musiker. Zwar sei man nach wie vor stolz auf die eigenen Coverversionen, doch wolle man stets die Grenzen überschreiten, die man mit der Platte davor erreicht habe.

Dabei behilflich war den Finnen diesmal Produzent Jacob Hellner, bekannt für seine Tätigkeiten für die deutschen Stampf-Rocker von Rammstein. Da ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, wenn auf "Helden" plötzlich die Stimme von Rammstein-Frontmann Till Lindemann mit markant rollendem R über die Boxen kommt.

Ohnehin haben sich Apocalyptica wieder reichlich Gesangs-Prominenz mit an Bord geholt: Neben Slipknot-Frontmann Corey Taylor, der bereits auf der eingängigen Single-Auskopplung "I'm Not Jesus" zu hören war, tummeln sich auch Slayer-Drummer Dave Lombardo oder Christina Scabbia von Lacuna Coil auf dem elf Tracks umfassenden Tonträger.

Dass Eicca, Paavo und Perttu gerade mit ihren Gastsängern immer wieder für Gesprächsstoff sorgen, scheint den Finnen allerdings gar nicht so recht zu sein: "Wir würden gerne eine instrumentale Single veröffentlichen, weil instrumentale Stücke ein ganz wichtiger Teil von Apocalyptica sind", so Paavo. "Aber das spielt leider niemand im Radio." Schade, denn die verträumt bis rockigen Kompositionen voll bittersüßer Melancholie und toller Melodien winden sich mühelos durch den Gehörgang.

Glücklicherweise kann man die Finnen ja immer noch bei ihren Konzerten gänzlich ohne Gesang und somit in voller Pracht erleben. "Wir wollen ja nicht, dass uns ein Sänger die Show stiehlt", scherzt Perttu. In Wien gastiert das Cello-Rock-Ensemble am 8. November im Gasometer. Tickets bekommst du über den Link in der Infobox.

Fazit: 8 von 10 Punkten

von Sebastian Räuchle

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