01.10.2007 11:51 |

GP von Japan

Lewis Hamilton gewinnt und steht vor WM-Titel

Heftiger Regen am Fuße des Fujisan hat am Sonntag eine Vorentscheidung im Kampf um die Formel-1-WM gebracht. Lewis Hamilton steht bereits in seiner ersten Saison in der Königsklasse unmittelbar vor dem Weltmeistertitel. Der 22-jährige Engländer fuhr im chaotischen Grand Prix von Japan seinen vierten Saisonsieg ein und führt damit zwei Rennen vor Schluss bereits zwölf Punkte vor seinem McLaren-Mercedes-Teamkollegen Fernando Alonso.

Der spanische Titelverteidiger war nach einem Unfall auf regennasser Strecke ausgeschieden. "Jetzt brauche ich schon ein Wunder", gestand Alonso, der in der 42. Runde wegen Aquaplanings von der Strecke abgefolgen war. "Ich habe plötzlich überhaupt keine Kontrolle mehr gehabt und bin in die Mauer gekracht", schilderte der Doppelweltmeister und blieb realistisch: "Unter normalen Umständen habe ich jetzt keine Chance mehr gegen Lewis."

Hamilton: „Das Rennen schien nie aufzuhören“
Zu konstant fährt Sensations-Rookie Hamilton. "Das war wahrscheinlich das längste Rennen meines Lebens. Es schien nie aufzuhören", sagte Hamilton nach über zwei Stunden Fahrzeit bei heftigem Regen und kaum vorhandener Sicht. Der Brite, der sich vor den beiden Finnen Heikki Kovalainen (Renault) und Kimi Räikkönen (Ferrari) durchsetzte, hat nun bereits kommende Woche im Grand Prix von China in Shanghai die Chance, Weltmeister zu werden.

Bilder des GP von Japan siehe Infobox!

Hamilton wäre nicht nur der jüngste Formel-1-Champion der Geschichte, sondern auch der erste Fahrer, der die WM-Krone bereits in seiner Debütsaison einfährt. Seit dem ersten Weltmeister der Geschichte, dem Italiener Giuseppe Farina (1950), ist das niemandem gelungen. "Das wäre eine super Sache für mich", bestätigte Hamilton. Hinter Alonso hat auch Räikkönen mit 17 Punkten Rückstand noch theoretische WM-Chancen.

Wurz scheidet in Runde 20 aus
Das Rennen hatte aufgrund des heftigen Regens mit 19 Runden hinter dem Safety Car begonnen. Für den Österreicher Alexander Wurz im Williams kam dann aber bereits in der ersten Kurve von Runde 20 nach einer Kollision mit Felipe Massa das Aus. Die Ferraris waren ursprünglich mit Intermediates ins Rennen gegangen, obwohl das die Rennleitung aus Sicherheitsgründen verboten hatte. "Uns hat davon aber niemand informiert", beschwerte sich Räikkönen, der wie Massa nach der ersten Runde zum Reifenwechsel gezwungen war.

Im Finish wurde Massa an dritter Stelle liegend "geopfert", um Räikkönen vorbeizulassen. Der Finne hätte sich beinahe noch auf Rang zwei gekämpft, wurde von Landsmann Kovalainen aber in Schach gehalten. Kovalainen fuhr als Zweiter den ersten Podestplatz der Saison für Renault ein. Im Vorjahr hatten die Franzosen mit Alonso noch die Konstrukteurs-WM für sich entschieden.

Kollision Webber-Vettel
Kovalainen profitierte aber auch von einer Red Bull-internen Kollision zwischen dem Australier Mark Webber (Red Bull-Renault) und dem deutschen Jungstar Sebastian Vettel (Toro Rosso-Ferrari). Die beiden Red Bull-Piloten waren an zweiter bzw. dritter Stelle liegend in einer der vielen Safety-Car-Phasen aneinandergeraten und schieden aus. Webber hatte sich wegen einer Magenvergiftung im Auto übergeben müssen, der Schotte David Coulthard rettete für Red Bull aber zumindest Platz vier.

Für die Scuderia Toro Rosso von Dietrich Mateschitz und Gerhard Berger holte der Italiener Vitantonio Liuzzi als Achter den ersten WM-Punkt der Saison. Teamkollege Vettel, der im sechsten Rennen seiner Karriere sogar sensationell für drei Runden geführt hatte, hatte vor seinem Ausfall schon Alonso leicht touchiert. Ob ein Zusammenhang mit dem späteren Ausfall des Weltmeisters bestand, blieb unklar.


Der Endstand des GP von Japan:
1. Lewis Hamilton (GBR) McLaren  2:00:34,579 Sek.
2. Heikki Kovalainen (FIN) Renault +8,377 Sek.
3. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari  +9,478
4. David Coulthard (GBR) Red Bull-Renault +20,237
5. Giancarlo Fisichella (ITA) Renault +38,864
6. Felipe Massa (BRA) Ferrari +49,042
7. Robert Kubica (POL) BMW-Sauber +49,285
8. Vitantonio Liuzzi (ITA) Toro Rosso-Ferrari +55,622
9. Adrian Sutil (GER) Spyker-Ferrari +1:00,129 Min.
10. Rubens Barrichello (BRA) Honda +1:28,342
11. Jenson Button (GBR) Honda +1 Runde
12. Sakon Yamamoto (JPN) Spyker-Ferrari +1 Runde
13. Jarno Trulli (ITA) Toyota +1 Runde
14. Nick Heidfeld (GER) BMW-Sauber +2 Runden
15.  Takuma Sato (JPN) Super Aguri-Honda  +2 Runden

Ausgeschieden: Alexander Wurz (AUT) Williams-Toyota, Fernando Alonso (ESP) McLaren, Mark Webber (AUS) Red Bull-Renault, Sebastian Vettel (GER) Toro Rosso-Ferrari, Nico Rosberg (GER) Williams-Toyota, Ralf Schumacher (GER) Toyota, Anthony Davidson (GBR) Super Aguri-Honda

Schnellste Runde: Lewis Hamilton (GBR) McLaren in Runde 27 in 1:28,193 Minuten (Schnitt 186,260 km/h)

WM-Stand nach 15 von 17 Rennen:
1. Lewis Hamilton (GBR) McLaren 107 Punkte
2. Fernando Alonso (ESP) McLaren 95
3. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 90
4. Felipe Massa (BRA) Ferrari 80
5. Nick Heidfeld (GER) BMW-Sauber 56
6. Robert Kubica (POL) BMW-Sauber 35
7. Heikki Kovalainen (FIN) Renault 30
8. Giancarlo Fisichella (ITA) Renault 21
9. Nico Rosberg (GER)  Williams-Toyota 15
10. Alexander Wurz (AUT) Williams-Toyota 13
11. David Coulthard (GBR) Red Bull-Renault 13
12. Mark Webber (AUS) Red Bull-Renault 10
13. Jarno Trulli (ITA) Toyota 7
14. Ralf Schumacher (GER) Toyota 5
15. Takuma Sato (JPN) Super Aguri-Honda 4
16. Jenson Button (GBR)  Honda 2
17. Vitantonio Liuzzi (ITA) Toro Rosso-Ferrari 1
18. Sebastian Vettel (GER) Toro Rosso-Ferrari 1

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