09.08.2007 21:09 |

Komatrinker

Eltern und Wirte sollen Spitalskosten zahlen

Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) will nicht mehr für Komatrinker zahlen! Die Eltern von jugendlichen Komatrinkern und Wirte, die Alkohol an Minderjährige ausgeschenkt haben, sollen in Zukunft für die entstandenen Spitalskosten zur Kassa gebeten werden. Auch der Transport ins Krankenhaus könnte verrechnet werden.

Aktuell werden neun Fälle geprüft, sagte Obmann Alois Stöger am Donnerstag. "Wir schauen uns das sehr genau an." Bis Jahresende rechnet er mit Ergebnissen.

1.000 Euro für Transport und Behandlung
Die Kosten von bis zu 1.000 Euro könnten auf die Eltern und die Gastronomen zukommen. Nach Auffassung der OÖGKK sollen sie den Transport ins Krankenhaus, die Behandlung der Alkoholvergiftung und den Aufenthalt im Spital zahlen. Stöger sieht die Regressforderungen als Präventivmaßnahme: "Ich hoffe, dass Wirte, Veranstalter und Handelsketten entsprechende Schritte setzen." 

Für ihren Vorstoß ernte die Gebietskrankenkasse keine bösen Anrufe, sondern nur positive Rückmeldungen, so der Obmann. Auch Wirte hätten sich bereits an die OÖGKK gewandt und von einer "korrekten" Vorgehensweise gesprochen. 

Gesundheitsministerium sieht Idee problematisch
Das Gesundheitsministerium steht der Idee der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse eher kritische gegenüber. Einerseits sei es schwierig, den Eltern jugendlicher Komatrinker nachzuweisen, dass sie ihre Aufsichtspflicht tatsächlich vernachlässigt hätten. Andererseits könne man Gastronomen nur schwer dafür belangen, Alkohol in übermäßigen Mengen ausgeschenkt zu haben. Die Beweisführung sei also problematisch. 

Der Weg, den das Gesundheitsministerium verfolge, baue in erster Linie auf Information und Aufklärung von sowohl Jugendlichen als auch Eltern. Man wolle eine Hilfestellung anbieten, so ein Sprecher des Ressorts.

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