27.04.2007 12:34 |

Italien geschockt

Lehrerinnen sollen 25 Kinder missbraucht haben

Ein besonderer Fall von Kindesmissbrauch schockiert Italien: Mehrere Lehrerinnen sollen an einem Vorschul-Kindergarten (Bild) in der Nähe von Rom über Monate hinweg rund 25 Kinder gequält haben. Die Buben und Mädchen im Alter zwischen drei und fünf Jahren wurden nach Angaben der Behörden in der Wohnung einer Lehrerin vergewaltigt oder zu anderen Sexualakten gezwungen.

Einige Opfer seien unter Drogen gesetzt worden, zudem wurden die Misshandlungen gefilmt, berichtete das staatliche italienische Fernsehen am Donnerstag. "Horror im Kindergarten", titelte die Zeitung "La Repubblica".

Drei Lehrerinnen festgenommen
Sechs Verdächtige seien festgenommen worden, darunter drei Lehrerinnen sowie die Hausmeisterin des Kindergartens der Kleinstadt Rignano Flaminio, gaben die Behörden bekannt. Die Ermittler schließen nicht aus, dass die Täter ihre Opfer auch zu "satanistischen Orgien" missbraucht haben könnten. Einige Kinder hätten ausgesagt, sie seien gezwungen worden, Blut zu trinken.

Missbrauch während der Schulstunden
"Die Lehrerin und ein schwarzer Mann zogen sich Kapuzen über den Kopf, haben uns in die Arme geschnitten und uns Blut trinken lassen", sagte eines der Kinder nach Medienangaben aus. Das Grauen soll sich während der Schulstunden abgespielt haben. Die Kleinen seien mit einem Bus in die Wohnung der Lehrerin gefahren worden.

Erster Verdacht schon im Vorjahr
Die Ermittlungen in dem Fall dauern bereits seit vergangenem Juli an, wie die Polizei sagte. Der erste Verdacht sei aufgekommen, nachdem viele Kinder an den Kindergarten negative Verhaltensänderungen gezeigt hätten: So hätten einige Kinder beim Spielen ohne erkennbaren Grund aufgeschrieen und geweint. Andere hätten begonnen, sich selbst zu verletzen.

Die Fahndung war aber zunächst wegen der Sommerferien nicht mit genügend Nachdruck geführt worden, kritisierte eine Zeitung. Erst im Februar wurden die verdächtigten Lehrerinnen vom Dienst suspendiert. Dazu meinte Bildungsminister Giuseppe Fioroni: "Wir arbeiten an effizienteren Disziplinarmaßnahmen in der Schule."