28.03.2007 17:06 |

Taliban-Attentat

Mindestens vier Tote bei Anschlag in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen hochrangigen Geheimdienstvertreter sind am Mittwoch in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens vier Zivilisten getötet worden. Zwölf Menschen seien bei dem Taliban-Attentat verletzt worden, teilte der Geheimdienst mit. Unter den Verletzten sei der Geheimdienstmitarbeiter, dem der Anschlag gegolten habe. Nach anderen Angaben blieb er dagegen unversehrt.

Augenzeugen berichteten, der Attentäter habe sich auf einem Motorrad in der Nähe von Fahrzeugen von Sicherheitskräften in die Luft gesprengt. Der Anschlag wurde in einem Geschäftsviertel verübt, bevor die Geschäfte öffneten. Sicherheitskräfte riegelten die Gegend ab.

Der Anschlag hatte Kamaluddin Akhikzai, einem Offizier des Nationalen Sicherheitsdirektorates (NDS), gegolten. Akhikzai ist bekannt für sein hartes Vorgehen gegen muslimische Extremisten und Terroristen, die gegen die afghanische Regierung und gegen die ausländischen Truppen im Land kämpfen. Aus Kreisen des Geheimdienstes verlautete, Akhikzai habe Informationen über Taliban-Führer, die von Pakistan aus operieren. Bekannt zu dem Anschlag hat sich bisher allerdings niemand.

Ein Polizeisprecher sagte, der Attentäter sei als Bettler verkleidet gewesen und habe eine Sprengstoffweste getragen. Sein Körper sei bei der Detonation in Stücke gerissen worden. Eine Untersuchung zur Identifizierung des Mannes dauere an. Es war der zweite Selbstmordanschlag in Kabul in diesem Jahr. Am Montag vergangener Woche hatte ein Attentäter einen Konvoi der US-Botschaft in der Hauptstadt angegriffen. Dabei waren der Attentäter getötet und ein amerikanischer Diplomat sowie ein Kind verletzt worden.