27.02.2007 11:32 |

Dein Freund & Helfer

Crackdown

Chaos und Verderben haben Pacific City in einen wahren Sündenpfuhl verwandelt, in dem rivalisierende Gangs das Sagen haben. Getreu dem Motto "Polizisten aller Länder vereinigt euch" führt der Spieler auf der Seite der Guten in "Crackdown" einen Krieg gegen das Verbrechen.

Als Mitglied der "Agency", einer Vereinigung genetisch modifizierter Super-Cops, macht sich der Spieler auf die Socken, um die drei alles beherrschenden Oberbosse und ihre zahlreichen Gefolgsleute aus dem Weg zu räumen. Ob böser Russe, Drogen dealender Latino oder schlitzohrige Schlitzaugen: "Crackdown" bedient alle gängigen Gangster-Klischees – und nimmt sich dabei selbst nicht allzu ernst.

Damit wäre das wichtigste zu "Crackdown" auch schon gesagt, denn eine wirkliche Story oder Nebenmissionen sucht man vergebens. Der Spieler bahnt sich, ob zu Fuß oder mit einem der vielen Autos, seinen Weg durch die Stadt und stößt dabei eher zufällig auf Gegner, die es dann kunstvoll zu vermöbeln oder über den Haufen zu schießen gilt.

Unwitzig ist "Crackdown" deswegen aber nicht, was vor allem auf die enorme Leistungsfähigkeit des Helden zurückzuführen ist. Dank genetischer Modifikation kann der nämlich nicht nur beachtlich weit und hoch springen, sondern zudem auch schwere Gegenstände stemmen, um diese dann gen Widersacher zu schleudern.

Doch nicht nur Stärke und Sprungkraft werden während der Verbrecherjagd trainiert, auch Zielgenauigkeit, Schnelligkeit und das bessere Handling von Autos werden getreu dem Motto "Learning by doing" verbessert. Noch schneller lässt sich der Charakter durch das Einsammeln von versteckten "Kugeln" und "Flinkheits-Punkten" aufleveln. Diese Items können zwar die Sammelleidenschaft wecken, für eine erfolgreiche Absolvierung des Spieles ist das Suchen nach diesen Power-Ups allerdings nicht notwendig.

Gesucht werden darf - muss aber nicht - auch nach Nachschubpunkten, bei denen sich der Spieler mit Waffen und Munition eindecken und im Falle eines Ablebens auch wieder - Klon, der er nunmal ist - "regenerieren" kann. Ein weiterer Vorteil dieser Depots: Neue, den Gegnern abgeknöpfte Waffen lassen sich hier registrieren und stehen dann jederzeit auf Abruf zur Verfügung. Zudem kann sich der Spieler bequem von Nachschubpunkt zu Nachschubpunkt teleportieren.

Was "Crackdown" in Sachen Story vermissen lässt, macht es in grafischer Hinsicht wieder wett. Mit einer famosen Weitsicht, einer detailliert und lebhaft gestalteten Welt im Comic-Look sowie allerlei verwinkelten Ecken und Gassen, die es zu entdecken gilt, beweist Microsoft erneut, dass es die eigene Konsole eben doch am besten kennt. Gleiches gilt für den Sound, der mit viel Wumms und Druck aus den Boxen schallt, sowie den Soundtrack: Ob Dj Krush im Intro oder Molotov bei der Jagd auf Latino-Gangster – die Musik kann sich hören lassen.

Noch zu erwähnen ist der sehr gut gelungene Kooperations-Modus, bei dem sich zwei Spieler via System-Link oder über Xbox-Live dem Krieg gegen das Verbrechen stellen können. Besonders praktisch ist, dass sich Solo-Spieler so in schwierigen Situationen jederzeit einen zweiten Partner hinzuholen können.

Fazit: Streng genommen bietet "Crackdown" nicht viel. Im Vergleich zu GTA und Co. fällt die Stadt recht klein aus, zudem gibt es keinerlei Story oder Nebenmissionen. Die perfekte Präsentation und der Spaß, den der Spieler beim Aufleveln seines Helden hat, retten das Spiel dann aber doch vor der Versenkung. Es macht einfach tierisch Bock wie Hulk über die Dächer von Paradise City zu springen, Trucks in die Luft zu stemmen und Gegner selbst aus großen Distanzen auszuschalten. Für Liebhaber der einfacher gestrickten Action auf jeden Fall empfehlenswert.

Plattform: Xbox 360
Publisher: Microsoft
Krone.at-Wertung: 79%


von Sebastian Räuchle

Mittwoch, 23. Juni 2021
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