16.01.2007 13:51 |

UNO-Schätzung

530.000 Kinder wurden 2006 mit HIV infiziert

Aids tötet immer mehr junge Menschen: Das zeigen neue Schätzungen des UNO-Kinderhilfswerks Unicef. Durchschnittlich infiziert sich jede Minute ein Kind mit HIV. Das bedeutet, dass sich im vergangenen Jahr weltweit 530.000 Mädchen und Buben unter 15 Jahren mit der unheilbaren Immunschwächekrankheit angesteckt haben. Täglich kommen demnach mehr als 7.500 infizierte Minderjährige dazu.

Zwar gebe es in den Entwicklungsländern Fortschritte im Kampf gegen Aids, weltweit seien diese aber zu langsam. Dies geht aus dem Bericht "Kinder und Aids" hervor, den die Unicef am Dienstag vorgestellt hat. Rund 15,2 Millionen Kinder weltweit wurden wegen Aids zu Waisen oder Halbwaisen und diese Zahl werde bis 2010 noch weiter steigen - schätzungsweise auf 20 Millionen. Für diese Kinder wurden Unterstützungen wie kostenlose Schulbildung, Gesundheitsversorgung, Nahrungsmittelhilfe oder wirtschaftlicher sowie psychosozialer Beistand ausgebaut.

Kinder bei Hilfsprogrammen kaum berücksichtigt
Obwohl sich immer mehr Kinder mit der unheilbaren Krankheit anstecken, werden vor allem die jüngsten bei der Behandlung und Medizinversorgung benachteiligt. Bei internationalen Hilfsprogrammen wurden sie laut Unicef bisher kaum berücksichtigt. Die meisten kommen mit dem tödlichen Virus schon auf die Welt. Sie infizieren sich vor, während oder nach der Geburt bei der Mutter.

Nur zwei Prozent der Kinder bekommen Medikamente
Jedes zweite erkrankte Kind erlebt seinen zweiten Geburtstag nicht, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird. Medikamente erhalten laut Unicef aber nur zwei Prozent von ihnen. Immerhin gebe es in zahlreichen Entwicklungsländern, wo das Virus stark verbreitet ist, deutliche Verbesserungen, um Kinder und Jugendliche vor einer Ansteckung zu schützen.