Gudenus fordert:

"Asyl-Massenquartiere am Wiener Stadtrand"

Österreich
18.12.2017 20:21

Geht es nach dem Wiener Noch-Vizebürgermeister Johann Gudenus, der bald als FPÖ-Klubobmann ins Parlament wechseln wird, dann sollen Flüchtlinge künftig nicht mehr in privaten Unterkünften untergebracht werden, sondern in Massenquartieren "in Gebieten am Stadtrand" von Wien. Das sagte er am Montagabend in der ORF-Sendung "Wien heute".

"Wenn man die Quartiere in Gegenden unterbringt, wo weniger Menschen wohnen, wäre das eine Möglichkeit. Es gibt in Wien genügend Gebiete am Rand, wo weniger Menschen wohnen", so Gudenus im Interview mit ORF-Wien-Chefredakteur Paul Tesarek. Flüchtlinge in kleinen Gruppen unterzubringen, lehnt Gudenus ab. "Diese Einladung an illegale Massenmigration sollte man insofern einschränken, als dass man diesen Migranten zeigt, in Österreich ist es doch nicht so gemütlich wie alle glauben", sagte er.

Wo konkret die passenden Gegenden für die Asylwerber-Massenquartiere sein sollen, ließ Gudenus offen. "Das muss man sich noch überlegen, das kann man zwischen Bund und Stadt gut ausmachen. Da lade ich den Bürgermeister (Michael) Häupl oder seinen Nachfolger ein, sich kooperativ einzubringen", so der Noch-Vizebürgermeister, der im Gespräch mit Tesarek auch ankündigte, dass er geschäftsführender Obmann der FPÖ Wien werde.

"Asyl ist ein Recht auf Schutz auf Zeit. Das ist eigentlich keine Zuwanderung, sondern ein Schutz auf Zeit", so Gudenus. Asyl und Zuwanderung seien aber in den vergangenen Jahren vor allem von der Wiener SPÖ sowie den Grünen in der Stadtregierung "völlig vermischt und vermengt" worden. Das sei der Fehler, "das wollen wir wieder trennen", so der zukünftige FPÖ-Klubobmann im Parlament.

Laut Angaben des Wiener Flüchtlingskoordinators Peter Hacker sind zurzeit rund 13.000 Flüchtlinge in der Bundeshauptstadt in Wohnungen untergebracht. "Ich möchte hören, wo man sich vorstellt, dass man die 150 neuen Flüchtlingsheime in Wien errichten soll", sagte Hacker in einer ersten Reaktion auf den Gudenus-Vorstoß und wies darauf hin, dass die Unterbringung in Massenquartieren laut Rechnungshof teurer kommt.

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