Mo, 20. August 2018

Neuer Roman

29.09.2017 18:10

Auf den Spuren des "Herzlfressers"

Als steirischen "Jack the Ripper" könnte man jenen Serienmörder bezeichnen, der im 18. Jahrhundert eine blutige Spur durch das Mürztal gezogen hat. Josef Scherz aus Kindberg hat den Fall des "Herzlfressers" ausführlich recherchiert und daraus seinen ersten Kriminalroman gemacht.

Es ist ein grausamer Fund, den zwei Bauern bei Kindberg machen: Eine blutüberströmte Leiche, der Kopf abgetrennt, die Brust aufgeschnitten, das Herz entfernt. "Es ist eine der grausamsten Mordserien der europäischen Rechtsgeschichte", ist Josef Scherz überzeugt. Insgesamt sechs Frauen hat der Knecht Paul Reininger zwischen 1779 und 1786 in Kindberg getötet, ehe er gefasst werden konnte und im Gefängnis verstarb.

Eine kleine Gedenktafel an einem der Tatorte erinnert heute an die Morde, die damals auch großen politischen Sprengstoff hatten: "Kaiser Joseph II. hat sich persönlich mit dem Fall beschäftigt und sogar in das Gerichtsurteil eingegriffen", weiß Scherz. Denn so mancher sah in den Verbrechen eine Strafe Gottes für dessen aufklärerisches Wirken.

In diese Zeit voller Spannungen taucht Scherz in seinem Roman ein, für den er seit 2008 ausführlich recherchiert hat. Die historischen Fakten verpackt er in eine frei erfundene Krimidramaturgie: "Ich wollte eine spannende Geschichte erzählen und hinterfragen was passiert, wenn rückwärts- und vorwärtsgewandtes Denken aufeinander prallen. Da kann man durchaus auch aktuelle Bezüge sehen."

Ab Samstag steht der Roman "Der Herzenfresser" (Salomon Verlag, 320 S, 19,95 Euro) in den Buchläden.

Christoph Hartner, Kronen Zeitung

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