Expertin aus OÖ

„Facebook ist Spiel- und Arbeitsplatz”

Oberösterreich
29.09.2017 08:48

Journalistin, Werbe-Profi und leidenschaftliche Social-Media-Professionistin: Warum die gebürtige Linzerin Sandra Staub die Online-Welt als ihr Arbeitsfeld entdeckt hat, ob Facebook Liebe auf den ersten Klick war und wie man das Werbe-Werkzeug Social-Media für sein Unternehmen erfolgreich nutzen kann, erklärt die 35-Jährige im Interview mit der "Krone".

"Krone":Wie hat die Liebe zwischen Facebook und Sandra Staub eigentlich begonnen?
Sandra Staub: Das war vor vielen Jahren auf Malta, wo ich beim Couch-Surfen von meinem Gastgeber aufgefordert wurde: "Bitte, geh auf Facebook!" Und dann hab ich mir das mal angeschaut.

"Krone": Liebe auf den ersten Klick?
Staub: Nein (lacht), eher weniger Liebe, mehr ein gutes Geschäftsfeld. Aber anfangs hielten das viele in Österreich für eine Riesen-Spinnerei, wenn ich da  was geschrieben habe. Damals hat ja noch nie jemand reagiert.

Sandra Staub mit ihrem neuesten Werk über Emojis. (Bild: Markus Wenzel)
Sandra Staub mit ihrem neuesten Werk über Emojis.

"Krone": Wann haben Sie schlussendlich bemerkt, dass da Potenzial schlummert?
Staub: 2010 hab ich in München gesehen, dass da plötzlich was geht. Und ich wollte Menschen Facebook-Schulungen geben, habe mich selbstständig gemacht. Aber das waren zwei harte Jahre, weil keiner wusste, was ich da eigentlich zu verkaufen bzw. zu bieten habe.

"Krone": Was waren die ersten Fragen, die sich Ihre Kunden über Facebook gestellt haben?
Staub: Die Hauptfrage ist bis heute: Wie kann ich auf Facebook die meiste Aufmerksamkeit für mein Business generieren.

"Krone": Heute machen Sie mehr Schulungen - im direkten Kontakt oder online?
Staub: Fast nur mehr online. Gott sei Dank, ich könnte das sonst nicht mehr organisieren. Große und kleine Unternehmen, Veranstaltungen, Reisekonzerne - meine Kundschaft ist eben sehr vielfältig.

"Krone": Was war ausschlaggebend, Ihr erstes Buch "Facebook für Frauen" zu schreiben?
Staub: Ich habe sehr früh erkannt, dass Frauen technologisch benachteiligt sind, aufgrund von unserer Erziehung. Ich wollte Hilfestellung geben.

"Krone": Was ist der Unterschied zwischen einem weiblichen und einem männlichen Facebook-Nutzer?
Staub: Männer stellen mehr Egofragen über Facebook. Frauen stellen das Sicherheitsbewusstsein an erste Stelle. Erst wenn sie sich auf Facebook wirklich sicher fühlen, dann posten sie etwas. Was im Online-Blog mit einer Bedienungsanleitung begann, wurde schließlich zum Buch.

"Krone": Aktuell ist das Buch "Emoji Boost" von Ihnen erhältlich.
Staub: Durch meine Arbeit als Social-Media-Beraterin und viele Werbeaufträge auf Facebook und Co. bin ich einfach auf die Wirksamkeit von Emojis gestoßen. Was man mit Worten nicht sagen kann, können diese Smiley-Symbole vermitteln. Und das ist bei Social-Media-Werbung ein Werkzeug, das Menschen sofort meine Botschaft verrät und bestenfalls mitten ins Herz trifft.

"Krone": Wer sind Ihre Kunden?
Staub: Ich arbeite mittlerweile mit einem digitalen, weltweit verteilten Team. Und jeder kann arbeiten, wann er will - aber natürlich mit Abgabeschluss. Und zu mir kommen Menschen, die Facebook-Werbung machen wollen und damit auch messbaren Erfolg haben wollen. Der Kunde hat oft schon auf Facebook gearbeitet, aber der Erfolg stellte sich nicht ein. Doch dann komme ich! (grinst)

"Krone": Was bedeutet Facebook heute für Sie?
Staub: Facebook ist für mich Spielplatz und Arbeitsplatz und lässt unendliche Spielräume zu. Mein Ziel ist, dass der Facebook-Nutzer zum Kunden meines Kunden wird. Online-Marketing ist das sehr, sehr intelligente Abspielen von Inhalten, die auf den User exakt passen. Ich liebe dieses Terrain.

Interview: Sabine Kronberger

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