Mercedes-Teamchef

Der “zahme” Wolff: “Wir sind hier Außenseiter”

Sport
16.09.2017 07:31
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

91 Prozent Luftfeuchtigkeit, 32 Grad, dazu immer wieder Regen rund um den ersten Trainingstag. Bedingungen, die auch für den morgigen zehnten Nachtklassiker in Singapur angesagt sind. Das allein ist aber nicht der Grund, weshalb Mercedes-Teamchef Toto Wolff seine Piloten nur in der Außenseiterrolle sieht … (Im Video oben sehen Sie die Highlights vom GP in Monza!)

Exakt 5056 Meter ist der Marina Bay Circuit lang. Gespickt mit 23 Kurven, macht nach Adam Riese alle 220 Meter eine. Zudem muss der Pilot pro Runde 70-mal den Gang wechseln - alle 1,5 Sekunden ein Schaltvorgang. "Manchmal sind gewisse Strecken-Charakteristiken einfach in der DNA der Autos verankert. Daher glaube ich, dass Singapur Ferrari und Red Bull mehr liegt", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff und gibt sich extrem zahm: "Ich bleibe dabei: Wir sind hier nur Außenseiter!"

Auch wenn Wolff zustimmt, dass man nach dem Arbeitssieg in Spa und dem Kantersieg in Monza zwar gerne den Hattrick landen wolle, man sich auch auf den langsamen Strecken (in Singapur liegt der Schnitt bei 177 km/h) gesteigert habe, so bleibt die Vorsicht doch die Mutter der Porzellankiste. "Es wird eine große Herausforderung, es geht primär um Schadensbegrenzung." Dann aber doch noch ein motivierender Nachsatz: "Ein gutes Ergebnis ist, wenn wir keinen Boden gegenüber Vettel verlieren. Und klar: Unser Anspruch ist immer der Sieg!"

Im Gegensatz zu Lewis Hamilton, der seinen Ferrari-Rivalen Sebastian Vettel (in der WM drei Punkte zurück) mit "voller Attacke" in die Knie zwingen möchte, hört Wolff mit großen Ohren in die Box der "Roten". Dort hatte Präsident Sergio Marchionne nach dem Desaster von Monza erklärt, dass die Fehler behoben seien und man gestärkt nach Singapur gekommen sei.14-mal das Safety-CarGut möglich, dass Mercedes daher einmal volle Kraft ins heutige Qualifying legen wird, denn das Überholen ist in Singapur - auch durch die heuer um 20 Zentimeter breiteren Autos - extrem schwierig. Zudem hatte Bernd Mayländer im Safety Car in bislang neun Rennen gleich 14 Einsätze …

Richard Köck in Singapur, Kronen Zeitung

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