Mo, 25. Juni 2018

Nach Leibnitz

11.09.2017 15:57

Mureck nimmt neuen Anlauf für Bezirkswechsel

Seit fast fünf Jahren sind die ehemaligen Bezirke Feldbach und Radkersburg "verheiratet" und heißen gemeinsam Südoststeiermark. Bereits damals wollte Mureck lieber Teil des Bezirks Leibnitz werden. Nun nimmt man einen neuen Anlauf, der Bürgermeister droht sogar mit einer Volksbefragung.

Im tiefschwarzen Bezirk ist Mureck mit SP-Bürgermeister Anton Vukan eine rote Insel. "Wir werden links liegen gelassen und erhalten fast keine Unterstützung", meint Vukan. "Die Lava aus dem Vulkan ist bei uns schon erloschen", sagt er spöttisch in Richtung der doch recht weit entfernten Bezirkshauptstadt Feldbach, wo man die Marke Vulkanland stark pflegt.

Ein Vorwurf, den der VP-Landtagsabgeordnete Anton Gangl nicht auf sich sitzen lassen will: "Jede Gemeinde, die ein Projekt einreicht, wird gleich behandelt. Von Mureck kommt allerdings nichts." Mit Tieschen, der zweiten SP-geführten Gemeinde im Bezirk, sei das ganz anders. "Vukan tut seiner Stadt nichts Gutes, wenn er indirekt vorspielt, nach einem Bezirkswechsel fließen Milch und Honig."

"Ich mache auch ich eine Volksbefragung"
Abseits der politischen Diskussionen steht aber fest, dass sich die Bewohner von Mureck im Alltag viel stärker in Richtung Leibnitz orientieren, sei es bei Ärzten, Schulen, Arbeitsplätzen oder beim Einkaufen. Im Juni gab es einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss, wonach Vukan neue Gespräche suchen und Informationen einholen soll. Die Antwort von der Landesregierung in Graz ist allerdings ernüchternd: Ein Bezirkswechsel sei nur im Rahmen einer Gemeindefusion möglich (etwa bei Murfeld, das sich auf St. Veit und Straß aufteilen will). Eine Verschmelzung von Mureck mit der Gemeinde Straß ist aber unwahrscheinlich.

Vukan gibt sich dennoch kämpferisch: "Ich bleibe mit Sicherheit dran. Wenn alle Gespräche nichts fruchten, mache ich eine Volksbefragung." Die jüngere Vergangenheit zeigte zwar, dass das Ergebnis einer solchen Befragung nicht zwingend umgesetzt wird - für weiteren Zündstoff in der Region wäre aber jedenfalls gesorgt.

Jakob Traby, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.