Di, 21. August 2018

Neues Beweismaterial

11.08.2017 11:03

Fall Julia Kührer: Steht Prozess-Neuauflage bevor?

Elf Jahre nach dem Tod der damals 16-jährigen Julia Kührer könnte das Verfahren in Niederösterreich eine neue Wendung nehmen. Das Landesgericht Korneuburg hat eine Verhandlung ausgeschrieben. Dabei soll entschieden werden, ob es einen neuen Prozess geben soll. Ein zu lebenslanger Haft verurteilter Videothekbesitzer verlangt nach einer Wiederaufnahme.

Julia Kührer verschwand 2006, zuletzt wurde sie auf dem Hauptplatz von Pulkau in Niederösterreich gesehen. Gefunden wurden Überreste ihrer Leiche fünf Jahre später im weitläufigen Anwesen des Videothekbesitzers Michael Kollitsch (55).

Wiederaufnahme erfolgreich
Im Herbst 2013 wurde dieser zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht hatte seinen Beteuerungen, dass er überhaupt nichts mit dem Tod des Mädchens zu tun habe, nicht geglaubt. Michael Kollitsch verbüßt seine Strafe in der Justizanstalt Stein.

Sein Verteidiger Wolfgang Blaschitz hat einen Wiederaufnahmeantrag eingebracht.Anfang Oktober will das Gericht in Korneuburg darüber verhandeln - ein bisher praktisch einmaliger Vorgang.

Cold-Case-Analyse stützt Entlastung
Rechtsanwalt Wolfgang Blaschitz hat umfangreiches neues Beweismaterial zusammengetragen. Zuerst einmal bezieht er sich auf einen Polizeibericht. In dieser Cold-Case-Analyse, die im Prozess nicht verlesen wurde, wird Michael Kollitsch deutlich entlastet. Es wird der Verdacht bestärkt, dass das Mädchen bei einer Drogenparty gestorben ist. Anwalt Blaschitz bringt dabei auch immer wieder einen früheren Freund des Mädchens ins Spiel, mit dem es angeblich Streit gab. Gestützt wird dieser Wiederaufnahmeantrag - wie berichtet - auch vom Bruder des Opfers, der Michael Kollitsch entlastet.

"Verhandlung ist nicht öffentlich"
Blaschitz hatte im Frühjahr einen Antrag auf Wiederaufnahme eingebracht. Daraufhin wurde ein Drei-Richter-Senat gebildet, um die Causa zu prüfen. Die Verhandlung am 4. Oktober wird im Beisein des Verteidigers mit seinem Mandanten sowie eines Staatsanwaltes stattfinden. "Die Verhandlung ist nicht öffentlich", teilte ein Gerichtssprecher mit.

Peter Grotter, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.