01.12.2006 08:37 |

Narr oder Optimist?

Al-Maliki will Irak ab Juni ohne US-Truppen sichern

Ungeachtet der andauernden blutigen Gewalt kann der Irak nach durchaus optimistischer Ansicht von Ministerpräsident Al-Maliki ab Juni 2007 seine Sicherheit in die eigenen Hände nehmen. Bis dahin seien die irakischen Sicherheitskräfte „vollständig bereit“ das Kommando zu übernehmen, sagte Al-Maliki am Donnerstag dem US-Fernsehsender ABC. Der Regierungschef hatte sich zuvor mit US-Präsident Bush in Jordanien getroffen.

Bush hatte dem irakischen Ministerpräsidenten bei dem Treffen in Amman seine volle Unterstützung und die Fortsetzung des US- Militäreinsatzes im Irak zugesichert.

Nachdem ein internes Papier des Weißen Hauses mit starken Zweifeln an den Führungsqualitäten Al-Malikis bekannt geworden war, nannte Bush den irakischen Regierungschef demonstrativ einen „starken Führer“ und den „richtigen Mann für den Irak“.

Irak soll sich selber verwalten
Die US-Streitkräfte im Irak sollen nach dem Willen Bushs und Al-Malikis schneller als bisher geplant die Verantwortung für die Sicherheit an die Regierungskräfte Bagdads übergeben. „Ich denke, was Sie sehen werden, ist eine schnellere Übergabe der Befugnisse an die Iraker in einigen Gebieten“, sagte US-Außenministerin Rice dem US-Nachrichtensender Fox.

Trotzdem: Kein Zeitplan für US-Abzug
Die US-Truppen werden nach den Worten Bushs so lange im Irak bleiben, bis die Regierung Al-Malikis vollständig die Verantwortung für die Sicherheit übernehmen könne. Al-Maliki sei ebenso unzufrieden mit der Sicherheitslage und dem Mangel an Erfolgen im Kampf gegen die Extremisten wie er selbst. Einen Zeitplan für einen US-Truppenabzug könne es nicht geben, sagte Bush.

95 Tote während Bush und Al-Maliki sprachen
Unterdessen ging das Blutvergießen im Irak unvermindert weiter. Polizei und US-Armee fanden am Donnerstag die Leichen von 80 Mordopfern, mindestens 15 weitere Menschen starben bei Anschlägen.