Mi, 20. Juni 2018

Wöber enttäuscht

23.07.2017 07:30

Rapid: "Jetzt sind wir schon wieder die Deppen"

Wiedergutmachung - gemma! Die transparente Aufforderung beim Aufwärmen vor dem Block West war eindeutig. Das Fazit nach den ersten 94 Liga-Minuten in Hütteldorf nicht mehr. Von den 17.800 Rapid-Fans gab's nach dem 2:2 zwar Applaus, zufrieden war aber keiner. "Das ist ärgerlich", meinte Trainer Djuricin. "Ein 2:0 darfst du nicht mehr aus der Hand geben. Wir haben dann nur noch verteidigt, aber …"

… aber 70 Minuten in Unterzahl. Ein Milderungsgrund. Noch dazu in diesem Backofen, bei brütender Hitze. "Es ist normal, dass dir dann irgendwann die Kraft ausgeht", meinte Verteidiger Wöber, der Torschütze zum 2:0. "Hätten wir die Partie zu zehnt gewonnen, hätte jeder gesagt: super Rapid. Jetzt sind wir wieder irgendwie die Deppen."

Allen voran Joelinton. Zwar war seine Aktion auch für Djuricin nicht zwingend Rot. "Aber er wollte hintreten, das darf ihm nicht passieren. Dafür bekommt er von uns eine Strafe. Das war dumm, damit hat er uns geschwächt." Einigkeit herrschte nur, dass auch Novak hätte bestraft werden müssen - Djuricin: "Das war Dunkelrot." Und selbst Mattersburgs Trainer Baumgartner kritisierte seinen Außenverteidiger: "So darf er nicht attackieren." Von hinten in die Beine.

Ohne Joelinton, der jetzt gesperrt wird, fehlte Rapid dann an vorderster Front eine Anspielstation, dort rackerte Steffen Hofmann auf verlorenem Posten. Auch wenn Djuricin kurioserweise zugeben musste: "Zu zehnt waren wir besser als zu elft."

Nur körperlich top
Weshalb man jetzt auch noch kein Urteil über "Rapid neu" abgeben kann. Debütant Keles, der erst im Winter von der Vienna kam, eigentlich für die zweite Mannschaft in der Ostliga vorgesehen ist, erwies sich als Bereicherung. "Er hat herausgeragt", lobte sogar Djuricin. Auch "Arbeitstier" Auer war bärenstark. Im körperlichen Bereich hat die gesamte Truppe zugelegt. Aber spielerisch? Fix ist nur, dass der Saisonstart nicht geglückt ist. Das sieht auch Djuricin so: "Wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen."

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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