13.04.2017 17:24 |

Skurriler Streit

"Osterfrieden": Steinpenis mit Plane verhüllt

Im Streit um einen zwei Meter großen Steinpenis in Oberösterreich haben sich die Beteiligten auf eine Lösung geeinigt: Die Statue, die der Besitzer auf seinem Grundstück neben einem Kreuzweg aufgestellt hatte, wurde am Donnerstagnachmittag mit einer gelben Plane verhüllt. Eine kleine Provokation konnte sich der Grundbesitzer jedoch nicht verkneifen. So prangt auf der bunten Hülle ein Spruch von Friedrich Nietzsche: "Gelobt sei was hart macht."

Besitzer Jürgen Hesz und Bürgermeister Christoph Schragl trafen einander am Donnerstag zu einem Gespräch. Das Fruchtbarkeitssymbol aus hellenistischer Zeit hatte in der Osterwoche in der Salzkammergut-Gemeinde für Aufregung gesorgt. Der meterhohe steinerne Penis im Garten der "Russenvilla" am Kalvarienberg wurde vor einigen Tagen im Zuge der Umgestaltung verrückt - und zwar in unmittelbare Nähe einer Kapelle, eine Kreuzweg-Station. Kein Zufall, wie Hausbesitzer und Antiquitätensammler Hesz in einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag zugab.

Besitzer: Wollte provozieren
Er habe schon provozieren wollen. "Vor Gründonnerstag muss er noch prominenter stehen", ordnete Hesz seinen Mitarbeitern an. "Natürlich" habe es ihn geärgert, dass der Ausbau seiner Villa um einen Kunstspeicher an dem Kreuzweg, der durch sein Grundstück führt, scheiterte. Dass die Geschichte jedoch derartige Wellen schlägt, damit habe er nicht gerechnet. Allein am Mittwoch gab er Medien aus aller Welt 52 Interviews, teilweise musste er kritische Fragen einstecken.

Am Gründonnerstag zeigte er sich dann gesprächsbereit. "Jetzt haben wir uns den Osterfrieden gegeben", kommentierte Hesz den Kompromiss mit dem Bürgermeister. Die Skulptur wurde über Ostern verhüllt, bedankte sich Schragl für das Entgegenkommen. Denn eigentlich hätte der Besitzer auf seinem Privatgrund nichts unternehmen müssen, stellte der Bürgermeister klar.

Diakon: Kein Problem mit Phallus-Statue
Für Diakon Rudolf Schrödl ist damit die Angelegenheit erledigt. Auch wenn er persönlich mit dem Phallus kein Problem gehabt habe, respektiere er die Einstellung vieler, die ein Problem damit hätten, in unmittelbarer Nähe der Skulptur ein Glaubenszeugnis abzulegen.

Auf die Frage, was nach den Feiertagen mit der Statue passiere, kam Hesz eine spontane Idee. Er werde sie versteigern lassen und der Gemeinde den Erlös für einen wohltätigen Zweck zur Verfügung stellen. Laut Schätzung des Antiquitätenhändlers ist "das gute Stück" zwischen 85.000 und 100.000 Euro wert.

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