Schladming

Nach Vorwürfen geht Klinik in die Offensive

Steiermark
06.02.2017 20:25

Mit einer unerfreulichen Entwicklung sieht man sich in der Diakonissenklinik konfrontiert: Weil Wassergeburten temporär nicht möglich waren, kam es im Jahr 2016 zu einem weiteren Rückgang auf nur noch 200 Geburten. Heuer soll der Trend aber wieder aufwärts gehen. Einen Imageschaden wegen der laufenden Ermittlungen befürchtet die Spitalsleitung übrigens. Am Montag ging sie dennoch mit ihrer Sicht der Dinge an die Öffentlichkeit.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch in vier Fällen wegen fahrlässiger Körperverletzung (ursprünglich waren es acht Fälle). Bei Geburten, die zwischen 2010 und 2014 nur mit Hebammen und ohne Facharzt durchgeführt wurden, sollen wie berichtet Babys schwere Folgeschäden davongetragen haben. Eigentlich müsste laut einem Betriebsbewilligungsbescheid immer ein Gynäkologe anwesend sein, "aber es gibt immer wieder Geburten, bei denen der Arzt zu spät in den Kreißsaal kommt, oder Geburten im Rettungsauto", sagte der stellvertretende ärztliche Direktor Rainer Wawrik am Montag.

Bereitschaft für Entschädigungszahlungen 
Seitens der Verantwortlichen zeigt man höchstes Interesse an Aufklärung: "Sollte es zu strafrechtlichen Verurteilungen kommen, prüfen wir dienstrechtliche Konsequenzen", sagt Wawrik. Man sei auch bereit, Entschädigungen zu leisten. Abwarten möchte man aber auf jeden Fall noch ein Gutachten in einem aktuell laufenden Zivilgerichtsverfahren.

Dass die laufenden Diskussionen zu einem Vertrauensentzug geführt haben, glaubt die Spitalsleitung nicht. "In allen wesentlichen Kriterien liegen wir besser als der Österreich-Schnitt. Wir haben mehr Spontangeburten und weniger Interventionen", weiß der ärztliche Leiter Georg Fritsch.

Geburtenzahl soll wieder steigen
Aufgrund neuer Auflagen gab es in Schladming einige Monate lang keine Wassergeburten. Seit Sommer 2016 sind diese nun aber wieder möglich. "Daher rechnen wir schon in diesem Jahr mit einer deutlichen Geburtensteigerung", sagt Fritsch.

Heinz Weeber, Kronen Zeitung

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