Sa, 23. Juni 2018

Anti-Nobelpreis

06.10.2006 14:32

Auszeichnung für kuriose und schräge Forschungen

Nicht alles, was die Wissenschaft so untersucht, macht Sinn. Dafür machen die Ergebnisse aber manchmal umso mehr Spaß. Und für besonders schräge Erkenntnisse wird sogar eine Art Nobelpreis verliehen. Etwa für Vogelkundler, die sich ernsthaft fragen, warum Spechte keine Kopfschmerzen bekommen. Oder für einen Forscher, der herausfindet, dass eine Rektal-Massage gegen hartnäckigen Schluckauf hilft.

Für solche wissenschaftlichen Erkenntnisse mit oft zweifelhafter Nutzbarkeit, kuriose oder unwichtige Arbeiten werden seit 16 Jahren die so genannten Ig-Nobelpreise vergeben. Und während alle Welt auf die Gewinner der diesjährigen Nobelpreise blickt, zeigte die Verleihung der Ig-Nobelpreise in Boston, welch skurrile Blüten Forschung treiben kann.

Die Gewinner der Auszeichnung haben alle eines gemeinsam: Sie haben etwas gemacht, was die Leute zuerst zum Lachen bringt und erst danach zum Denken anregt. Beispiel gefällig? Den diesjährigen Ig-Nobelpreis für Mathematik erhielten zwei australische Wissenschaftler, die berechnet haben, wie viele Fotos man von einer Menschengruppe machen muss, damit auf mindestens einem Bild niemand blinzelt. Ergebnis: Die Zahl der Abgebildeten geteilt durch drei.

Mistkäfer sind pingelige Esser
Mit dem "Anti-Nobelpreis" wurden dieses Jahr auch Forschungen zu den Essgewohnheiten von Mistkäfern ausgezeichnet. Der Ernährungspreis ging an Wissenschaftler aus Kuwait, die nachgewiesen haben, dass die Tierchen ihre Mahlzeiten durchaus penibel auswählen.

Die US-Forscher Ivan Schwab und Philip May erhielten den Preis für Ornithologie für eine Forschungsarbeit, die erklärt, warum Spechte keine Kopfschmerzen bekommen.

Der Medizinpreisging in diesem Jahr an Francis Fesmire vom Tennessee College of Medecine in Memphis für seine Methode, hartnäckigen Schluckauf durch eine Rektal-Massage mit dem Finger zu kurieren.

Howard Stapleton aus Wales wurde mit dem Friedens-Ig-Nobelpreis für seine Entwicklung eines Teenager-Schutzmittels ausgezeichnet: Das Gerät gibt einen nervenden Ton von sich, den nur Jugendliche hören können, nicht aber Erwachsene.

Ausgezeichnet wurden weiters vergleichende Forschungen zur Anziehungskraft von Limburger Käse und menschlichen Füßen auf weibliche Malariamücken.

Ausschlaggebend für die Jury-Entscheidung ist nach Angaben von Preisgründer Marc Abrahams, dass die Arbeiten "nicht wiederholt werden können oder sollten".

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