Der "Krone"-Kolumnist Michael Jeannée hat in seiner Kolumne "Post von Jeannée" diesmal einen Brief an Franz Beckenbauer verfasst.
Lieber Franz! In Deinem Spitalsbett irgendwo in der bayerischen Heimat . . . nach schwerer Herzoperation und vier eingesetzten Bypässen vom eisigen Hauch des Gevatters gestreift . . . draußen scheint die milde Spätsommersonne, eine Schwester hat das Fenster geöffnet . . . die Wärme, das Leben, das herrliche Leben strömt in Dein Zimmer . . . im Land aber, im gnadenlosen Deutschland, recherchieren, schreiben sie Dich kaputt . . . die Puristen, die Sauberen, die Anständigen . . . oder die Neider, die Hasser, die Rachsüchtigen . . . was auf dasselbe herauskommt . . . sie demontieren Dich, die einen wie die andern, ohne Mitleid, ohne Erbarmen . . . wegen des Geldes, des Scheißgeldes, das Du genommen und darüber geschwiegen hast . . . na und, Franz, mir doch wurscht, Du hast es ja nicht gestohlen . . . jetzt hat die Schwester liebevoll Deine Kissen gerichtet und die BILD-Zeitung zusammengeknüllt und in den Papierkorb geworfen . . . lesen S’ doch den Schmårrn nicht, Herr Beckenbauer, jede Aufregung ist Gift für Sie . . . Du nickst schwach in Deinem Spitalsbett irgendwo in der bayerischen Heimat nach schwerer Herzoperation und vier eingesetzten Bypässen vom Eishauch des Gevatters gestreift . . . und durch das geöffnete Fenster scheint die milde Spätsommersonne, die Wärme, das Leben, das herrliche Leben . . . und alles andere, Franz Beckenbauer, ist unwichtig.
PS: Aber so was von!
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