Di, 21. Mai 2019
26.01.2016 07:15

In Traunsee gestürzt

Fischer (60): "Ich bin ein medizinisches Wunder"

"Mir hat alles wehgetan. Als die Dämmerung kam, wollte ich aufgeben. Aber die Gedanken an meine Tochter haben mich am Leben gehalten" - 45 Minuten lang trieb Fischer Sepp Poigner (60) aus dem oberösterreichischen Altmünster im Traunsee. Mit nur noch 28 Grad Körpertemperatur wurde er gerettet - laut den Ärzten ein medizinisches Wunder.

"Die Rettungskette hat perfekt funktioniert, sonst wäre ich ganz sicher nicht mehr am Leben", sinniert Poigner im Gespräch mit der "Krone". "Die Ärzte im Spital haben gesagt, ich bin ein medizinisches Wunder. Es sei nicht nachvollziehbar. Ich hab' nicht einmal die Lungenmaschine gebraucht. Es war ein super Team, Danke noch einmal an alle!"

"Ich bin nachlässig gewesen"
Der Berufsfischer war am 17. Jänner in den Traunsee gefallen, als er einen Entenjäger abholen wollte. Poigner: "Ich hab' mit dem Boot zu schnell eine Kurve gemacht. Ich fahr' 45 Jahre am See, bin nachlässig gewesen." Er stürzte in den eiskalten Traunsee, das motorisierte Boot fuhr über ihn drüber, drehte sich dann immer wieder im Kreis.

Poigner legte sich in seiner schweren Regenmontur auf den Rücken, paddelte immer wieder mit den Armen und Beinen: "Meine Gummistiefel waren voller Wasser. Ich hab' den Kopf nach hinten gelegt, dann langsam einen Fuß nach dem anderen hochgehoben, damit das Wasser ausläuft. Dadurch haben sich Luftpolster gebildet, das hat mir geholfen."

"Hab' an meine Tochter gedacht und durchgehalten"
Der Kampf ums Leben war auch ein Kampf gegen die aufsteigende Panik, sagt Poigner: "Ich hab' gerauft, ums ganze Geld. Mir hat alles wehgetan. Ich hab' zum letzten Mal vor 40 Jahren wettkampfmäßig Rückenschwimmen gemacht. Ich war total kaputt. Aber erst als die Dämmerung gekommen ist, waren Gedanken ans Aufgeben da. Dann hab' ich an meine Tochter gedacht und durchgehalten."

Nach fast einer Stunde wurde Poigner von der Feuerwehr aus dem Traunsee gerettet, danach im LKH Gmunden aufgewärmt. Er ist wieder daheim.

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