25.07.2006 07:58 |

Geschwächt

Saddam Hussein wird mit Schlauch ernährt

Die Gesundheit des irakischen Ex-Machthabers Saddam Hussein, der sich nach einem über zweiwöchigen Hungerstreik in einem Krankenhaus befindet, ist nach Angaben der US-Regierung nicht in Gefahr. Hussein werde seit Montag mit Hilfe eines Schlauches ernährt und habe dem selbst zugestimmt, hieß es aus dem Weißen Haus in Washington. Damit wollen die USA Gerüchte entkräften, Hussein würde zwangsernährt.

Im Übrigen hätten Hussein und drei ebenfalls im Hungerstreik befindliche Mitangeklagte im laufenden Prozess auch nach Beginn ihrer Aktion Kaffee und Wasser mit Vitaminen und Mineralien zu sich genommen.

Alle vier befänden sich "bei guter Gesundheit". Saddam Hussein war am Sonntag ins Krankenhaus gebracht worden, weil sich angeblich sein Gesundheitszustand verschlechtert hatte.

Angeklagte unzufrieden mit Bewachung ihrer Vertreter
Am 7. Juli hatten der frühere Diktator und drei seiner Mitangeklagten begonnen, die Nahrungsaufnahme zu verweigern. Sie protestieren damit gegen den aus ihrer Sicht unzureichenden Schutz ihrer Verteidiger. Bisher wurden drei Anwälte Husseins in Bagdad ermordet.

Anwälte verweigern Anwesenheit
Eigentlich hätten am Montag die Plädoyers der Verteidigung von Ex-Vize-Präsident Ramadan und des früheren Präsidenten des Revolutionsgerichts, Awad al-Bandar, gehört werden sollen. Sämtliche Anwälte blieben jedoch der Verhandlung fern.

Todesstrafe für Ex-Diktator gefordert
Der Ex-Diktator und sieben weitere ehemalige Regime-Funktionäre müssen sich seit Oktober des Vorjahres vor einem irakischen Sondergericht wegen der Hinrichtung von 148 Schiiten aus dem Dorf Dujail im Jahr 1982 verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat für Saddam Hussein, den ehemaligen Vize-Präsidenten Taha Yassin Ramadan und Husseins Halbbruder Barsan Ibrahim al-Tikriti die Todesstrafe gefordert. Mit den Urteilen wird Mitte August gerechnet.

Ein weiterer Prozess gegen Saddam Hussein wegen Völkermords an den Kurden im Nordirak soll am 21. August beginnen.