So, 19. August 2018

Stolpergefahr

19.11.2015 16:30

Schule verbietet blindem Mädchen den Blindenstock

Eine Schule in der englischen Stadt Bristol hat einem blinden Mädchen verboten, seinen Blindenstock zu benutzen. Die Schulleitung begründete diese höchst eigenartige Entscheidung damit, dass Lehrer und Mitschüler über den Stock der Siebenjährigen stolpern könnten. Als Ersatz soll Lily-Grace Hooper eine Begleitperson bekommen. Die Mutter des Mädchens ist empört.

Lily-Grace war erst vier Tage alt, als sie durch einen Schlaganfall auf dem rechten Auge völlig erblindete. Mit dem linken Auge kann das Mädchen seither nur noch färbige Schatten erkennen. Um sich durch seine dunkle Welt zu bewegen, benutzte es jahrelang eine Kartonrolle, ehe es zu Weihnachten 2014 von einer Hilfsorganisation einen Glasfaser-Blindenstock geschenkt bekam.

"Diesen Stock hat sie sich so sehr gewünscht. Meine Tochter ist darauf angewiesen, er ist für sie eine Verlängerung ihres Armes und eine Chance, ein unabhängiges Leben zu führen. Wenn sie jetzt eine Begleitperson bekommt, wird sie von ihr abhängig. Das will ich nicht", erklärte Kristy Hooper, die Mutter von Lily-Grace.

Helle Empörung in Bristol
Die 38-Jährige ist zutiefst empört über die Leitung der Hambrook-Volkssschule in Bristol, die argumentiert, der Blindenstock sei ein "Gesundheits- und Sicherheitsrisiko", Lehrer und Mitschüler könnten darüber stolpern und sich verletzen. "Hier wird in Sachen Sicherheit ziemlich übertrieben. Diese Maßnahme ist diskriminierend", sagte die Mutter zur "Bristol Post". Helle Empörung herrscht auch bei jener Hilfsorganisation, die Lily-Grace den Stock geschenkt hatte. "Es ist wichtig, dass Kinder in einem frühen Alter lernen, mit dem Blindenstock umzugehen", stellte eine Sprecherin klar.

Seit die Siebenjährige den Stock in der Schule nicht mehr verwenden darf, hat sie den Unterricht nicht mehr besucht. Der Direktor der Schule kündigte nun an, sich mit der Mutter zusammenzusetzen und "das Problem in den nächsten Tagen zu lösen".

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