21.05.2006 11:50 |

Fliegende Holländer

Holländer gewinnen Ocean Race vorzeitig

Mit ihrem sechsten Etappentriumph sicherte sich das niederländische Team "ABN Amro One" in der Nacht zum Sonntag den vorzeitigen Gesamtsieg im Ocean Race. Das Boot hatte die Flotte der sieben teilnehmenden Yachten seit Start des Rennens am 5. November 2005 dominiert. Es erreichte die britische Hafenstadt Portsmouth wieder als erste vor der schwedischen Ericsson und der US- Yacht Black Pearl.

"Es war ein unglaubliches Rennen mit einem unglaublichen Team", sagte Skipper Sanderson (NZL), "für mich ist dieser Sieg wie eine olympische Medaille, wie die Bezwingung des Everest. Es ist der Traum meiner Kindheit, ein Boot im Ocean Race zu steuern und zu gewinnen". Sanderson lobte auch sein Design-Team und die Bootsbaumannschaft: "Juan Kouyoumdjian und Killian Bushe haben uns exakt das gegeben, worum wir sie gebeten haben: ein sehr besonderes Boot."

Eine Feier aber wird es in Portsmouth nicht geben, wurde das Hochsee-Segelrennen doch von einem Todesfall überschattet. In der Nacht zum Donnerstag war der Niederländer Hans Horrevoets im Atlantik bei fünf Meter hohen Wellen und Windstärke sieben von Bord des niederländischen Bootes "ABN Amro Two" gespült worden. Die Mannschaft konnte den 32-Jährigen zwar noch bergen, die Wiederbelebungsversuche scheiterten jedoch.

"Hans war ein sehr erfahrener und großartiger Segler", sagte Sanderson, "wir werden ihn schmerzlich vermissen. Wir mussten einfach weitersegeln und diese Etappe und das Rennen gewinnen. Hans hätte das so gewollt." Die Organisatoren des Ocean Race informierten zunächst die Familie des Opfers und wollen erst später Einzelheiten der Tragödie bekannt geben.

Seit dem Freitod des russischen Skippers Alexej Grischenko im Rennen um die Welt 1989/90 hatte es beim Segelmarathon keine tödlichen Unfälle mehr gegeben. Bei der Premiere 1973/74 waren drei Segler ums Leben gekommen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden danach kontinuierlich ausgebaut.

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