17.05.2006 13:55 |

Halber Rekord

Gatlin muss 100-m-Weltrekord teilen

Nur fünf Tage durfte sich US-Sprinter Justin Gatlin über seinen 100-Meter-Fabelweltrekord freuen: Am Mittwoch korrigierte der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF die am 12. Mai im Wüstenwind von Doha/Katar gelaufenen 9,76 Sekunden wegen eines Fehlers in der Zeitmessung auf 9,77 Sekunden. Damit muss sich Gatlin den Titel "Schnellster Mann der Welt" und den prestigeträchtigsten Weltrekord der Leichtathletik mit Asafa Powell teilen. Der Jamaikaner war am 14. Juni vergangenen Jahres in Athen die 100 Meter ebenfalls in 9,77 Sekunden gesprintet.

Bei der Zeitabnahme des Rennens in Doha/Katar am vergangenen Samstag war Gatlin zunächst mit 9,76 Sekunden gestoppt worden. Später stellte sich heraus, dass er über die 100 Meter exakt 9,766 Sekunden unterwegs gewesen war. Die IAAF wurde erst jetzt von der für die Zeitnahme zuständigen Firma "Tissot Timing" über den Fehler informiert. Der Verband handelte sofort und rundete gemäß den Regeln auf 9,77 Sekunden auf. Der Sprint-Weltrekord war damit Geschichte - der 24-Jährige stellte die Rekordmarke von Powell "nur" ein.

Nach seinem Supersprint im Scheichtum hatte der von Trevor Graham betreute Gatlin noch - überwältigt von seinem bereits im Vorfeld angekündigten Coup - eine Ehrenrunde gedreht, sich von den begeisterten Zuschauern feiern lassen und sogar die elektronische Anzeigetafel mit der magischen Zeit geküsst. Im Nachhinein war es ein Kuss mit einem bitteren Beigeschmack.

Direktes Duell Gatlin - Powell am 11. Juni
"Das war ein perfektes Rennen", hatte der neue Star am Sprinthimmel noch nach seinem Fabellauf gemeint. Der Doppel-Weltmeister von Helsinki kündigte vollmundig an: "Ihr werdet künftig noch einige solcher Vorstellungen von mir sehen." Nun ist er gefordert und könnte sich den Rekord schon in vier Wochen zurückholen: Am 11. Juni kommt es im englischen Gateshead zum direkten Duell zwischen Gatlin und Powell.

Donnerstag, 13. Mai 2021
Wetter Symbol

Sportwetten