Fr, 17. August 2018

Torschützenkönig

01.06.2015 08:42

Soriano: "Keine Lust, in anderes Land zu gehen"

Jonatan Soriano hat in Österreich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. An einen Abschied von Meister Salzburg denkt der spanische Bundesliga-Topstar aber auch nach dreieinhalb erfolgreichen Jahren nicht. "Ich habe keine Lust, in ein anderes Land zu gehen, bin glücklich in Salzburg und will noch viele Jahre bleiben, habe nach wie vor viel Motivation", sagte der 29-Jährige.

Soriano darf diese Saison auf das dritte Double mit Salzburg hoffen, zweimal war er zudem Torschützenkönig und erhielt die Auszeichnung "Bester Spieler der Saison". Das war auch in dieser Saison der Fall, in der er seine persönliche Liga-Tor-Bestmarke egalisierte.

Dank an Sabitzer
"Man kann immer noch besser spielen und mehr Tore schießen, ich bin aber glücklich mit meiner Saison und muss mich bei der Mannschaft für die vielen Assists, vor allem bei Marcel, bedanken", bilanzierte Soriano, der sich vor einer Saison keine Torziele setzt. Nach drei Toren in seinen ersten elf Spielen im Frühjahr 2012 folgten 2012/13 26 Tore in 33 Spielen, 2013/14 31 Tore in 28 Spielen und in dieser Saison neuerlich 31 Treffer (in 32 Spielen).

"Beste Phase meiner Karriere"
"Meine Leistungen hier sind viel besser als in Spanien, es ist die beste Phase meiner Karriere", erklärte Soriano. Das hat auch einen bestimmten Grund. "Ich genieße viel Vertrauen von Red Bull, das brauche ich auch und meine Familie ist glücklich in Salzburg", sagte der spanische Angreifer, der drei Töchter hat. Den Sprung ins spanische Nationalteam hat der Ex-Barcelona-Kicker noch nicht ganz abgeschrieben, er ist sich aber bewusst, dass dieser in sehr weiter Ferne ist. "Wir haben viele Stürmer, die in großen Ligen spielen und viele Tore schießen", erinnerte Soriano.

In die Notizbücher anderer Klubs hat sich der Spanier durch seine starken Leistungen in Salzburg auf jeden Fall gespielt. Zumindest bis 2018 ist der 29-Jährige aber nach einer Vertragsverlängerung im Jänner an Salzburg gebunden, wobei die "Bullen" zudem eine einjährige Option besitzen. "Wenn Angebote kommen, dann ist das eine Sache für den Verein und meinen Berater. Für mich stellt sich die Frage eines Wechsels jetzt nicht. Es ist ein reizvolle Aufgabe, hier zu versuchen, jedes Jahr Meister und Cupsieger zu werden und ich will vor allem mit Red Bull Salzburg in der Champions League spielen", hat Soriano ein konkretes Ziel genau vor Augen.

Champions-League-Gruppenphase als Ziel
Der vierte Anlauf auf die "Königsklasse" nach 2012, 2013 und 2014 soll für ihn von Erfolg gekrönt sein. "Die Gruppenphase ist unser großes Ziel. Wir waren schon nahe dran und wollen es auch dieses Jahr wieder versuchen", sagte Soriano. "Ich bin kein junger Spieler mehr, ich habe nur mehr wenige Chancen, Champions League zu spielen, deshalb will ich es unbedingt jetzt schaffen", ergänzte der Stürmerstar.

Die Salzburger könnten allerdings in der Vorbereitung wie auch schon in der vergangenen Saison, als die Stützen Sadio Mane, Kevin Kampl und Alan dem Klub den Rücken kehrten, wichtige Spieler verlieren. Marcel Sabitzer und Massimo Bruno dürften zu RB Leipzig wechseln, auch Stefan Ilsanker und Goalie Peter Gulacsi gelten als mögliche Abwanderungskandidaten.

"Es ist schwierig, weil du jedes Jahr gute Spieler verlierst. Es zeigt aber auch, dass Red Bull Salzburg ein guter Verein ist, bei dem man auf sich aufmerksam machen kann", sagte Soriano. Er würde sich wünschen, dass die besten Kicker in der Mozartstadt bleiben. "Aber es ist klar, dass junge Spieler das Ziel haben, in den großen Ligen zu spielen. Das muss man respektieren und akzeptieren", so Soriano. Der Verein werde in jedem Fall für einen konkurrenzfähigen Kader sorgen. "Ich bin mir sicher, dass wir wieder eine gute Mannschaft haben werden."

Diese zu formen, ist die Aufgabe von Adi Hütter, der eine erfolgreiche Premierensaison als Salzburg-Trainer mit dem Cup-Sieg krönen könnte. "Es war anders mit Roger (Anm.: Ex-Trainer Schmidt) zu arbeiten, aber sie sind nicht komplett unterschiedlich. Die Philosophie und die Idee ist bei beiden gleich", verglich Soriano.

Respekt vor der Austria
Gegen die Austria haben die Salzburger die Chance, als erst dritte Mannschaft überhaupt das Double erfolgreich zu verteidigen. "Das Pokalfinale ist für mich ein besonderes, weil es mit der Austria gegen einen Topverein geht", meinte Soriano. Der Respekt sei trotz der schwachen Performance der Wiener in der Liga groß. "Sie haben viele gute Spieler, wir müssen aufpassen", warnte Salzburgs Kapitän.

Das direkte Liga-Duell am Sonntag zum Saisonabschluss in Wien, das 1:1 endete, war keine wirkliche Generalprobe. Die Salzburger hatten eine B-Elf aufgeboten, auch die Wiener wichtige Spieler geschont. "Das wird ein komplett anderes Spiel", war sich auch der erst im Finish eingetauschte Soriano bewusst. Der Cupsieger wird am Mittwochabend (20.30 Uhr) im Klagenfurter Wörthersee-Stadion ermittelt.

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